Dreipunktgriff oder Pinzettengriff noch aktuell?

So schreibt es sich gut, der Dreipunktgriff oder Pinzettengriff

Welcher Griff ist richtig?

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer beschweren sich über die miserable Handschrift vieler Schülerinnen und Schüler. Schon in der Grundschule, aber ganz intensiv dann ab der fünften Klasse, müssen die Kinder mehr mit der Hand schreiben, doch den Dreipunktgriff oder Pinzettengriff beherrschen viele nicht mehr.. Die langen Texte und Aufsätze sollen Lehrer korrigieren. Das funktioniert aber nur, wenn die Handschrift lesbar ist. Da immer mehr Kinder den Pinzettengriff oder Dreipunktgriff nicht mehr beherrschen, sieht auch ihr Schriftbild chaotisch aus. Das zeigt sich in einer Vielzahl von unterschiedlichen Fehlern.

  • Sie schreiben über den Rand des Heftes hinaus
  • Sie streichen sehr viel durch oder überschreiben Teile ihrer Texte
  • Sie halten die Zeilen nicht ein
  • Sie üben zu viel Druck aus, so das es Löcher im Heft gibt
  • Sie schreiben viel zu langsam und können den Anforderungen nicht gerecht werden

Muss es immer der Pinzettengriff sein?

Ein Teil dieser Fehler ist darauf zurückzuführen, dass die Stifthaltung der Kinder falsch ist. Ob es immer der Pinzetten- oder Dreipunktgrifff sein muss, ist dabei nicht sicher. Es gibt durchaus auch flüssige und weniger anstrengende Stifthaltungen, die sehr individuell sind. Wichtig bei der ganzen Diskussion ist auf jeden Fall, dass die Schrift lesbar ist und auch längere Texte ohne Mühe verfasst werden können.

Individueller Griff, kein Pinzettengriff

Sollen Eltern den Pinzettengriff üben?

Schon im Kindergarten beginnen die kleinen damit, Stifte zum Malen in die Hand zu nehmen. Hier wird bereits die richtige Stifthaltung angelegt. Wenn Kinder nicht frühzeitig korrigiert werden, verfestigt sich möglicherweise eine verkrampfte und falsche Haltung. Es gibt einige Hilfsmittel, um die richtige Stifthaltung zu unterstützen. Das sind beispielsweise dicke Stifte, auf steckbare Keile aus Gummi oder sogenannte Malbirnen. Damit fällt es den Kindern viel leichter, den gewünschten Pinzettengriff anzuwenden.

Dreipunktgriff und Pinzettengriff sind nicht das Non Plus Ultra

Doch was ist mit Kindern, die eine andere Art der Stifthaltung für sich entdeckt haben und damit gut klarkommen? Solange sich ein flüssiges Schriftbild ergibt und die Hand des Kindes nicht ändert, sind noch andere Stimmenthaltungen erlaubt. Fast alle Alternativen bauen jedoch auf die Haltung mit drei Fingern. Dabei geht es um den Zeigefinger, den Daumen und den Mittelfinger. Beim Pinzettengriff greifen Daumen und Zeigefinger den Stift, der locker auf dem Mittelfinger aufliegt. Auch die Hand liegt auf dem Tisch auf. Nun führen Daumen und Zeigefinger den Stift über das Papier. Dass es auch anders geht, zeigt dieses wunderschöne Bild von Josie, sechs Jahre alt und in der ersten Klasse.

Josie ist 6 Jahre alt und im letzten Sommer in die Schule gekommen, eigentlich sollte sie den Dreipunktgriff beherrschen. Wenn sie malt, sieht es wie folgt aus. Zunge zwischen die Zähne, und dann vertauscht sie Zeigefinger und Mittelfinger. Trotzdem malt sie sehr detailliert und über einen wirklich langen Zeitraum. Sie kann sich wunderbar konzentrieren und auch ihre Feinmotorik lässt keine Wünsche offen.

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Das halten Eltern und Pädagogen vom Pinzettengriff

Längst sind die Meinungen gegenüber dem Pinzettengriff nicht mehr so stark wie früher. Das mag auch daran liegen, dass Erwachsene immer weniger mit der Hand schreiben. Bei Kindern führt die ständige Ermahnung durch Eltern oder Lehrkräfte dadurch, dass sie möglicherweise die Lust am Halten eines Stiftes verlieren. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte, die für den Pinzettengriff sprechen:

  • das Kind sollte beim Schreiben auf das Heft sehen können, ohne dass seine Hand es verdeckt
  • drei Finger sind in der Regel notwendig, um flüssig und unverkrampft schreiben zu können
  • der Stift sollte locker in der Hand liegen, um nicht zu viel Druck auszuüben
  • die erlernte Schreibhaltung sollte es dem Kind ermöglichen, über eine Schulstunde lang flüssig zu schreiben, ohne zu ermüden