Lernen in den Ferien: Online oder nicht?

Kostenlose und kostenpflichtige Nachhilfe gibt es im Internet an allen Ecken und Enden. Auf den ersten Blick eine super Sache. So einfach, wie es aussieht, ist die Sache mit der Nachhilfe aber leider nicht, denn man kann eben Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Ob Einzelstunden via Skype, kostenlose Arbeitsblätter von Konzernen, gezielte Lernprogramme von Fachleuten / Lerntherapeuten, YouTube Kursen oder Nachhilfe per E-Mail lässt sich im Internet fast alles finden.

Online-Nachhilfe: Was braucht Ihr Kind?

Alter, Klassenstufe und Umfang der Lernlücken sind nur einige der Faktoren, die bei der Wahl der passenden Online-Nachhilfe beachtet werden müssen. Soll es nur kleine Lernlücken in einem kurzen Zeitraum schließen? Ist die Hilfe für eine bevorstehende Klassenarbeit gefordert? Braucht Ihr Kind eine kontinuierliche Unterstützung von Fachlehrern? Ist ein persönlicher Kontakt für Ihr Kind wichtig? Ganz wichtig ist auch die Frage, ob ein Kind selbstständig arbeitet oder viel Begleitung benötigt.

Online-Nachhilfe: Pro / das passt

  • kurze Wege, keine Fahrzeiten
  • flexibles Lernen möglich
  • kurzfristiges Einschieben von Lerneinheiten möglich
  • häufig günstiger als klassische Nachhilfe

OnlOnline-Nachhilfeine-Nachhilfe: Contra / das ist kritisch

  • Kind verbringt wieder Zeit vor einem Monitor
  • Rückmeldungen eher schwierig
  • persönlicher Kontakt findet nicht statt
  • selbstständiges Arbeiten oft Voraussetzung
  • Qualifizierung der Nachhilfelehrer unklar

Vier Modelle der Online-Nachhilfe zur schulischen Unterstützung Ihres Kindes

1. Online-Nachhilfe bei Lernzentren oder durch Lernprogramme

Hier melden Sie Ihr Kind gegen einen monatlichen Beitrag (Lernzentrum) oder gegen eine einmalige Gebühr (Lernprogramm) an. Ihr Kind sucht sich die entsprechenden Lernthemen aus und absolviert verschiedene Übungen zu dem Bereich. In der Regel informieren Abschluss-Tests oder Urkunden bei bestandener Leistung über den Lernfortschritt. Rückfragen sind nicht möglich.

Online-Nachhilfe Online-NachhilfeOnline-Nachhilfe

 

2. Online-Nachhilfe durch Lern-Videos

Bei Youtube oder bei Anbietern wie Sofa-Tutor kann sich Ihr Kind entweder kostenlos oder gegen eine Gebühr Videos zu bestimmten Lernthemen ansehen. Die kostenpflichtigen Filme sind oft gut gemacht, informativ und anschaulich. Sie beziehen sich jeweils auf einen begrenzten Lernbereich und können so oft wie erwünscht angeschaut werden. Rückfragen sind nicht möglich.

3. Online-Nachhilfe mit Monitor-Unterricht via Skype oder anderen Diensten


Hier wird die klassische Nachhilfe einfach auf den Bildschirm übertragen. Nachhilfelehrer und Kind arbeiten in Realtime miteinander, sodass einzelne Stunden abgerechnet werden. Die Einheiten können aufgezeichnet und wiederholt angesehen werden. Rückfragen sind jederzeit möglich, der Nachhilfelehrer ist persönlich bekannt und kann eine Lernbeziehung zum Kind aufbauen.

4. Online-Nachhilfe in Foren, Chats oder Webinare

Zu vorher festgelegten Themen finden sich hier Gruppen in einem Chatraum, auf einer Internetseite oder in einem Forum zusammen, die wie in einer Vorlesung dem Nachhilfelehrer zuhören und auch in einem begrenzten Umfang Fragen stellen können. Das Protokoll dieser „Vorlesungen“ wird den Teilnehmern am Ende häufig zugemailt.

Wer Schülerinnen und Schüler fördert, will auch Geld dafür haben

Die monatliche Kosten sind sehr unterschiedlich und liegen zwischen 15 € bis 75 €, das orientiert sich am Nutzungsumfang und an der Qualifikation der Anbieter. Probestunden und Kündigungsfristen sind sehr unterschiedlich und müssen jeweils recherchiert werden.

Ich, als Lerntherapeutin und Diplom Pädagogin mit großer Praxiserfahrung, sehe das Angebot sehr kritisch

„Da der persönliche Kontakt fehlt, wird kaum auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen. Nach anfänglicher Begeisterung für das Online-Medium flaut das Interesse der Schülerinnen und Schüler schnell ab. Motivation und Lernlust verlieren sich rasch, die Eltern müssen sie Kinder ständig ermahnen.Da Kinder heute meistens schon viel zu lange und zu oft vor einem Bildschirm verbringen, ist es pädagogisch sinnvoller, beim Lernen auf den persönlichen Kontakt zu setzen.

Jugendliche profitieren von dem Angebot eher, wenn sie sich eigenständig für diesen Weg des Lernens entscheiden. Auch hier ist jedoch eine hohe Disziplin notwendig, um das Lernprogramm kontinuierlich durchzuziehen. Uta Reimann-Höhn