Die inzwischen häufigste Erkrankung im Kindes- und Jugendalter wird immer wieder mal im Fernsehen thematisiert. Nicht immer gut. Vielversprechend ist diese Ankündigung einer Dokumentation, die am Donnerstag Abend in 3sat gezeigt wurde – jetzt noch in der ZDF Mediathek. Es ist zu hoffen, dass hier objektiv und kritisch berichtet wird.

Zur Sendung AD(H)S – Ein Leben lang

AD(H)S in der PubertätQuelle: tixio.de
Lange galt ADHS als Kinderkrankheit. Heute weiß man: Auch Erwachsene leiden unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom. Doch bei ihnen bleibt es häufig unerkannt. Die Dokumentation “ADHS – Ein Leben lang” (Erstausstrahlung) von Michael McNamara, die 3sat am 22. Februar 2018, 20.15 Uhr, im Rahmen von “Wissenschaft am Donnerstag” zeigt, lässt Experten zu Wort kommen und stellt neue Erkenntnisse zum Thema vor, wie beispielsweise den Zusammenhang von Rauchen und ADHS.

ADHS führt im Kindesalter häufig zu Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Symptome können sich im Laufe der Jahre wandeln, der ausgeprägte Bewegungsdrang geht oft zurück oder verschwindet sogar ganz. Forscher gehen davon aus, dass die Störung genetisch bedingt ist. Problematisch ist ADHS bei Erwachsenen: Wem nicht schon im Kindesalter die Krankheit attestiert wurde, der erhält im Erwachsenenalter oft gar keine oder eine falsche Diagnose. Gerade bei Frauen wird das Syndrom häufig mit einer Depression verwechselt. An der Universität von Kalifornien in Irvine zeigt Dr. Jean Gehricke, dass Nikotin – ähnlich wie die seit den 1990er Jahren eingesetzten ADHS-Medikamente – den Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöht. Das reduziert die Symptome deutlich, sodass Raucher oft nicht erkennen, dass sie an ADHS leiden – bis sie versuchen, sich das Rauchen abzugewöhnen.

ADHS und ADS: eine verantwortungsvolle Herausforderung

ADHS ist die Abkürzung für den deutschen Ausdruck „Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizit-Störung“ , ADS für Aufmerksamkeites-Defizit-Störung, und bezeichnet ein klinisches Syndrom, das durch Beeinträchtigungen der Konzentrations- und Daueraufmerksamkeit, durch eine Störung der Impulskontrolle sowie unter Umständen auch durch extreme Unruhe oder Hyperaktivität (oder auch eine besondere Langsamkeit) gekennzeichnet ist.
Veröffentlichungen zur „Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizit-Störung“ ADHS und ADS findet man im „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD 10) oder im „Diagnostischen Statistischen Manuals psychischer Störungen“ (DSM).
Diese beiden Klassifikationssysteme benennen die Erscheinungsbilder der ADHS und ADS:

  • ADHS und ADS überwiegend unaufmerksamen Typus
  • ADHS und ADS überwiegend hyperaktiven Typus
  • Kombination beider Typen

Die deutsche Bezeichnung ADHS „Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizit-Störung“ ist das vorläufige Resultat einer langjährigen und anhaltenden Entwicklung im Forschungsbereich.

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