Ermutigung: Diese Sätze tun Ihrem Kind richtig gut

Jedes Lob ist eine Ermutigung. Alle Kinder freuen sich darüber, wenn sie in der Schule oder zuhause gelobt werden. Es macht allerdings einen großen Unterschied, ob es sich dabei um eine oberflächliche und allgemeine Formulierung handelt, oder um ein individuelles Lob. Das ist wie bei einem Geschenk. Man freut sich auf jeden Fall, aber je individueller es ist, desto toller ist das Geschenk.

Ermutigung heißt genau hinsehen

Die individuelle Anerkennung hat wesentlich mehr Potenzial, um das Lernverhalten eines Kindes zu beeinflussen, als eine allgemeine Aussage. Sie zeigt, dass man sich Mühe gemacht und genau nachgedacht hat. Sie zeigt die Stärken des Kindes auf.

Bestimmt sind die meisten Eltern überzeugt davon, dass sie ihr Kind ausreichend loben und ermutigen. Die Anerkennung der Leistungen einer Schülerin oder eines Schülers sind ein ganz wichtiger Motor für die Motivation. Doch nicht jedes Lob ist wirklich wirksam und spornt ein Kind zu weiteren Leistungen an.

Welches Lehrer-Lob wirkt stärker?

Je konkreter das Lob, desto mehr wird Ihr Kind ermutigt

Eine Schülerin oder ein Schüler wird sich von der zweiten Aussage wesentlich stärker angesprochen fühlen als von der ersten. Lehrer B hat sich nämlich die Mühe gemacht, das positive Verhalten des Kindes genau zu benennen. Dadurch weiß es genau, was gut gelaufen ist und wie es sich in Zukunft verhalten sollte. Die Aussage von Lehrer A ist zwar auch positiv gemeint, bleibt aber allgemein und konkret. Ob er damit die mündliche Mitarbeit, das Schriftbild oder das Verhalten in der Klasse meint, bleibt der Interpretation des Schülers überlassen.

Richtig loben und ermutigen können Sie Ihr Kind auch zuhause

Sie können sich schon denken, dass diese Unterscheidung auch zu Hause gilt. Bestimmt sagen Sie Ihrem Kind hin und wieder: „Das hast du toll gemacht!“ oder „Sehr gut!“ Aber weiß ihr Kind auch immer ganz genau, was sie meinen? Kann es das Lob auf sein Verhalten anwenden oder freut es sich eher allgemein über die positive Rückmeldung? Auch ein pauschales Lob ist ja gut gemeint und wertet die Persönlichkeit Ihres Kindes auf. Es geht aber noch besser, indem sie ganz genau hinsehen, welche speziellen Verhaltensweisen Ihres Kindes Sie gut finden und verstärken möchten.

Beispiele für den Unterschied von einem pauschalen und einem individuellen Lob

Anlasspauschales Lobindividuelles Lob
ZeugnisDein Zeugnis finde ich gut.Dass du dich in Mathe um eine Note verbessert hast, ist eine tolle Leistung.
KonflikteToll, dass wir das Problem gelöst haben.Schön, dass du dir meine Argumente angehört hast und darüber nachdenkst. Ich bin gespannt, was du morgen dazu sagen wirst.
Streit unter GeschwisternGut, dass ihr euch versöhnt habt.Prima, dass du dich von deiner Schwester nicht hast ärgern lassen, sondern ruhig geblieben bist. Dadurch hat sie sich auch schnell beruhigt.
EnttäuschungSchön, dass es dir wieder besser geht.Ich freue mich, dass du zwar traurig bist, aber trotzdem über eine Lösung des Problems nachdenkst.
LernenPrima, dass du gelernt hast.Toll, dass du für die Arbeit noch einmal dein gesamtes Deutschheft durchgeblättert und die wichtigsten Themen wiederholt hast.

Individuelles Lob wirkt ermutigend

Durch ein konkretes Lob, die genaue Benennung des positiven Verhaltens, wächst das Selbstwertgefühl Ihres Kindes. Es fühlt sich ernst genommen und erkennt, welche Folgen sein Verhalten hat. Überlegen Sie vor dem nächsten Lob einen Moment, ob Sie Ihren Worten durch konkretere Aussagen noch mehr Gewicht verleihen können.