Flipped Classroom: Jetzt sind die Kids dran

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Der Ansatz des umgedrehten Unterrichts ist zur Zeit enorm angesagt. Der Flipped Classroom oder Inverted Classroom bezeichnet eine Unterrichtsmethode des integrierten Lernens, in der die Hausaufgaben und die Stoffvermittlung vertauscht werden.

Zuhause vorbereiten, im Unterricht üben

Die Lerninhalte werden zu Hause von den Lernenden erarbeitet und die Anwendung findet dann im Unterricht statt . Natürlich bereitet die Lehrerin oder der Lehrer die Unterrichtseinheit sorgfältig vor. Sie entscheiden, welche Videos, Bücher oder Internetseiten von der Klasse angesehen werden sollen. Außerdem stellen sie Aufgaben und Fragen zusammen, die beantwortet werden sollen. Je besser die Vorbereitung, desto besser auch der flipped classroom. Nur gut vorbereitete Schülerinnen und Schüler können am nächsten Schultag gleich in das Thema einsteigen.

flipped classroom
Zuhause lernen, in der Schule üben

Flipped Classroom zum Thema Fabel schreiben

Beispielsweise sollen sich die Schülerinnen und Schüler anhand vorher ausgesuchter Internetseiten und Lernvideos zum Thema Gruselgeschichte oder „Fabel schreiben“ informieren. Für alle gemeinsam oder in Gruppen werden Aufgaben verteilt, die dann zuhause vorbereitend für die nächste Stunde angesehen werden. Diese Aufgaben können verteilt werden:

  • bekannte Fabel finden und lesen
  • Geschichte der Fabel erarbeiten, welchen Sinn hat sie
  • Aufbau einer Fabel erklären
  • wichtigste Merkmale einer Fabel erkennen

Die einzelnen Gruppen tragen ihr Wissen zum Beginn der Stunde vor. In der Klasse haben dann alle Schulkinder das gleiche Grundwissen über das Thema Fabel schreiben. Nun können sie gleich damit beginnen, Fragen zu stellen, Probleme zu lösen oder sogar eine Geschichte zu schreiben.

Diese Infografik darf bei Verlinkung auf die Seite gerne geteilt oder genutzt werden.

Flipped Classroom bedeutet Teamwork

Alle entwickeln gemeinsam eine Fabel. Sie schlagen eine Handlung, ein Thema vor, denken sich die Figuren und den Verlauf der Geschichte aus. Dabei kontrolliert die Lehrkraft immer wieder, ob die Rahmenbedingungen der Fabel eingehalten werden. Diese haben die Kinder im Vorfeld selber gesammelt und als Richtlinie an die Tafel geschrieben oder sogar als Handout verteilt.

So könnte die Ideensammlung aussehen

Vorschlag 1Vorschlag 2
SpielerKamelEichhörnchen
GegenspielerKaktusKatze
Ort der HandlungWüsteNachbars Garten
zeitl. EinordnungMittelalterheute
Rahmenhandlungbeide streiten sich
um das Wasser der Oase
Eichhörnchen traut sich
nicht vom Baum, Katze
sitzt darunter, will es fangen
Diskussion (Rede und Gegenrede)wer bekommt
zuerst etwas zu trinken
wenn sich keiner bewegt,
können beide nicht zum
Fressen weg
Moralbei Streit verliert
jeder wertvolle Zeit
Kompromisse sind für beide Seiten gut

Alle arbeiten gemeinsam in kleinen Gruppen. Die Lehrkraft „wandert“ durch den Raum, beantwortet Fragen, gibt Anregungen und erklärt.

Vorteile des pädagogischen Konzeptes

Normalerweise wird in der Schule der Lehrstoff vermittelt und dann zuhause durch die Hausaufgaben wiederholt. Beim flipped classroom wird dieses Konzept umgedreht. Die Kinder erarbeiten sich den Lerninhalt selber und vertiefen ihn dann mit Übungen im Unterricht.

Vorteile der Methode

  • Lehrkraft spart die Zeit, in der das Thema eingeführt und allen erklärt werden muss
  • jeder kann in seinem Tempo lernen, also viel individueller
  • Fragen, die sich zuhause auftun, können im Unterricht geklärt werden
  • die Lehrenden erkennen sehr schnell, wer das Thema nicht verstanden hat
  • der Teamgeist wird gefördert durch Gruppenarbeit
  • selbstständiges Lernen und Erarbeiten wird gefördert
  • die Schulkinder können im Unterricht kreativ und aktiv sein
  • niemand wird zurück gelassen

Lehrkräfte müssen gut vorbereiten

Auf sich gestellt sind Schülerinnen und Schüler beim Erarbeiten eines neuen Themas verloren. Je jünger sie sind, desto mehr müssen sie an die Recherche herangeführt werden. Dazu gehört auch, passende Lernvideos schon im Vorfeld auszuwählen oder sogar selber zu erstellen. Zu groß ist ansonsten die Gefahr, qualitativ schlechte oder sogar falsche Informationen zu bekommen.