Gibt es eigentlich noch Jungen- und Mädchenbücher?

Jungenbücher werden im Internet sehr häufig gesucht, Mädchenbücher dagegen sehr viel weniger. Das legt nahe, dass es diese Unterscheidung auch heute sehr wohl noch gibt. Immer noch werden Mädchen Bücher mit Pferden und Internaten verknüpft, Jungen haben sich dagegen für Kämpfe, Fußball und Wettbewerbe zu interessieren. Doch ist das noch zeitgemäß?

Jungenbücher
Jungenbücher und Mädchenbücher?

Mädchenbücher und die heile Welt?

Längst sollte doch allen klar sein, dass auch Mädchen Kampfsport betreiben, Autorennen fahren, Fußball spielen und boxen. Sie tragen auch Wettkämpfe auf Pferden aus, verlieben sich, haben Probleme in der Schule, werden im Internet gemobbt, folgen Influenzer*innen und machen sich Gedanken über das Leben. Und was passiert so in klassischen Jungenbüchern?

Ist die Welt der Jungen wirklich so begrenzt?

Hier geht es um Abenteuer, immer wieder um Sport, gerne auch um Humorvolles oder Science-Fiction. Jungen haben wohl wenig Lust zum Lesen, oder? Ohne Kämpfe gibt es kaum Geschichten, da scheinen sich alle Autor*innen einig zu sein. Vielleicht verstärkt Corona diesen Trend, möglich, aber wir können doch alle gegensteuern. Und wenn gar kein Interesse am Lesen besteht? Hier gibt es tolle Tipps zum Lesen.

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Mirai liebt Bücher und zeigt es

Die 14jährige Mirai (Lesehexemimi) mischt seit ein paar Jahren schon die Literaturszene für Kinder und Jugendliche auf. Sie liebt Bücher und rezensiert sie, seit sie schreiben kann. Heute bloggt Mirai noch immer, „Lass mal lesen!“ heißt ihr Blog, „lesehexemimi“ ihr Instagram-Account, und unter dem Namen „Young Bookstagram“ organisiert sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen einen Instagram-Kanal, auf dem die junge deutschsprachige Lese-Community sich trifft, sich einander vorstellt und über Bücher spricht.

Jungenbücher oder Mädchenbücher – total egal

Dass vor rund 100 Jahren bei Erich Kästners „Emil und die Detektive“ das einzige Mädchen zaghafte Anstalten machte, auch eine wichtige Rolle zu spielen, ist verständlich. Pony Hütchen ist frech, fährt Fahrrad und stellt intelligente Überlegungen an, auch wenn sie sich durchaus als Frau sieht, deren Platz in der Familie oder Küche ist. Zaghafte Anfänge von Feminismus…

Doch heute, 100 Jahre später, gibt es noch immer die klassischen Frauenrollen in den Kinderbüchern. Die Trennung zwischen Jungenbüchern und Mädchenbüchern findet statt, nicht nur in Buchhandlungen und Bibliotheken, sondern auch in den Köpfen der Eltern – und der Autor*innen.

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Vielleicht ändert Instagram das

„Die Schauspielerin und Feministin Emma Watson hatte schon 2017 den Buchclub „Our shared shelf“ gegründet, der inzwischen eine Million Mitglieder überall auf der Welt zählt. Die Musikerin Florence Welch der Band Florence and the Machine betreibt auf Instagram den Account „Between two books“. Dass solche Lesetreffs mehr als ein digitales Momentum sind, hat sich spätestens gezeigt, als Herzogin Camilla einen gründete – die Royals sind nicht gerade dafür bekannt, jeden Trend mitzumachen. Talkshow-Ikone Oprah Winfrey hat genauso einen Lese-Account wie Hollywood-Star Reese Witherspoon und Schauspielerin Emma Roberts.“ Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/diese-instagrammerin-macht-das-lesen-wieder-cool-17264988-p2.html

Jungen mögen pink und Mädchen kämpfen

Das klingt merkwürdig? Es ist genauso eine Zuspitzung wie die Umkehrung – und darum überholt. Jungenbücher dürfen sich mit allem beschäftigen, was es gibt. Mädchenbücher auch, so sollte es sein. Lasst uns also die Schranken im Kopf endlich überwinden und den Kindern die Bücher geben, die sie sich aussuchen. Ohne sie in eine Richtung zu beeinflussen.