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Gewichtsdecke, Stiftbeschwerer und Sandweste

Gewichtsdecke, Stiftbeschwerer und Sandweste

Stiftbeschwerer, Sandweste und GewichtsdeckeIm Kampf gegen die Konzentrationsschwäche, gegen Störungen der Aufmerksamkeit, krakelige Schrift oder Schlafprobleme gibt es einen neuen Trend, den ich Ihnen hier gerne für drei verschiedene Bereiche vorstellen möchte: Stiftbeschwerer, Sandweste und Gewichtsdecke. Es geht um Gewichte, die, ganz unterschiedlich eingesetzt, zur Verbesserung der Lernsituationen führen sollen. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit gibt es (noch) nicht, aber in der Praxis findet sich viel Zustimmung bei Eltern, Lehrern und Kindern. Lesen Sie hier, welche wundersamen Verbesserungen damit rund ums Lernen erzielt werden können und probieren Sie die Stiftbeschwerer, Sandweste und Gewichtsdecke doch einfach mal aus.

Stiftbeschwerer, Sandweste und Gewichtsdecke

Es klingt sonderbar, aber immer mehr Eltern, Lehrer und auch Kinder schwören auf diese Form der Unterstützung. In Schulklassen, in denen die Sandweste eingesetzt wird, reißen sich die Kinder darum. Einmal angezogen, fühlen sie sich ruhiger, entspannter und können sich besser konzentrieren. Manche behaupten sogar, die Sandweste gäbe ihnen das Gefühl, Supermensch zu sein. Von Ausgrenzung oder Stigmatisierung keine Spur, ganz im Gegenteil.

Die Sandweste hilft bei Hyperaktivität, Unruhe und Aufmerksamkeitsproblemen

Nach dem Vorbild aus den USA testen auch einige deutsche Grundschulen die Wirkung von Sandwesten. Die bis zu 5 kg schweren Westen gibt es in 3 Größen, leicht, mittel und schwer. Besonders unruhigen Kindern helfen sie dabei, sich zu beruhigen und besser zu konzentrieren. Dabei werden die Westen bis zu 30 Minuten lang getragen, sodass keine Gewöhnung eintreten kann. Auch hier zeigt sich die positive Wirkung von Stiftbeschwerer, Sandweste und Gewichtsdecke.

Die Gewichtswesten „verteilen Gewicht und Druck flächendeckend auf die Muskel- und Belastungssensoren und führen so zu einer deutlichen Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit“, so die Erklärung der Fachleute. Die Kinder werden ruhiger, die Handschrift beruhigt sich und sie können ihre Wahrnehmung besser auf den Unterricht fokussieren. Mehr Informationen gibt es beispielsweise unter www.somafonie.de/sandwesten.html

Ein Stiftbeschwerer hilft die Schreibhaltung zu verbessern

Wenn Kinder besonders krakelig schreiben, immer wieder von der Zeile oder über den Seitenrand rutschen, kann ein Stiftbeschwerer helfen. Auch wenn ein Kind seinen Stift zu steil hält, und dadurch das Geschriebene verdeckt, ist ein Gewicht sinnvoll. Es verhindert eine zu schräge Kopfhaltung beim Schreiben.

Stiftbeschwerer werden auf den normalen Füller oder Bleistifte aufgesteckt, sodass diese an Gewicht zulegen. Das führt dazu, dass das Stift Ende in Richtung Unterarm und Schulter zeigt und nicht mehr nach oben. Der Stift liegt bequem in der Mulde von Daumen und Zeigefinger. Füller können mit einer zweiten, besonders schweren, Patrone bestückt werden.

Wenn ein Kind beim Schreiben den Unterarm nicht auf den Tisch legt, kann ihm ein Handgelenksbeschwerer oder Unterarmgewicht helfen. Das Gewicht, am besten in einer kindgerechten Tierform, wird per Klettverschluss einfach am Handgelenk befestigt, wie eine Armbanduhr. Auf der Internetseite www.lafueliki.de gibt es die Stiftbeschwerer und Handgelenksgewichte in verschiedenen Größen und Ausführungen.

Die Gewichtsdecke hilft beim Schlafen

GewichtsdeckeAuch ein gesunder Schlaf hilft beim Lernen. Einige Kinder profitieren beim Einschlafen von einer beschwerten Decke. Solche Gewichtsdecken geben ihnen ein Gefühl von Sicherheit, sodass sie besser ein- und durchschlafen. Dieser Effekt ist übrigens auch von Erwachsenen bekannt. Solche Gewichtsdecken finden sich bei Spezialanbietern, aber auch bei Amazon, und kosten rund 150 €. Ist Ihr Kind unruhig, unkonzentriert, hat eine miserable Schrift oder schäft schlecht? Dann probieren Sie doch Stiftbeschwerer, Sandweste und Gewichtsdecke einfach einmal aus.

 

Kommentare, Fragen und Antworten rund um Stiftbeschwerer, Sandweste und Gewichtsdecke aus Facebook-Foren

(Die Kommentare sind selbstverständlich anonym, aber als Zitat gekennzeichnet, sie dienen nur der Information. Wer trotzdem damit Probleme hat, bitte melden. Der Eintrag wird dann umgehend entfernt.)

“Gewichtsdecke und Westen kann ich nur empfehlen.”

“Mein Sohn schreibt seit Stiftbeschwerer viel besser. Klareres Schriftbild, Hand ermüdet nicht so schnell.”

“Mein Sohn hat eine Gewichtsdecke und ich kann sie nur weiterempfehlen.”

“Die Gewichtsweste ist oftmals sehr nützlich! Sie gibt dem Betreffenden Schutz und Sicherheit und lässt ihn sich und seinen Körper spüren und wahrnehmen! Außerdem kommt er dadurch besser zur Ruhe.”

“Ich denke über die Gewichtsdecke nach. Mein Sohn wickelt sich jeden Abend eng in eine Mollidecke, dementsprechend schwitzt er auch. Bin mir aber nicht sicher, ob sich das mit der Mollidecke dann erledigt hat.”

“Tun die Krankenkassen was dazu? Nein tun sie nicht.”

„Die Weste klingt recht eigenartig. Vielleicht für unruhige Kinder nicht schlecht, aber bei Hochsensiblen? Meine beschweren sich oft wenn Sachen drücken, zu eng sind oder Nähte scheuern. Die Schlafdecke andererseits kann ich mir gut vorstellen.“

„Ich schlafe nur in der sehr schwere DDR Steppdecke. Anderes kann ich gar nicht ab.
Aber ein neuer Trend ist das nicht. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich die Decke bekommen habe, weil das Gerücht herum ging, dass manche Menschen mit schweren Decken…“

„Wäre das Thema “ENT-Spannung” nicht wichtiger, als unnötige Spannungen aufbauen? Was mögen die Schultern dazu sagen, diese neue Last zu tragen…. und hat Lernen und Konzentration nicht auch etwas mit Begeisterung zu tun…“ 

„Allerdings ist das eben nur was für Kinder, die stark auf Körpergefühl angewiesen sind, um mit allem klar zu kommen. Einige HS lehnen Körperkontakt ja eher ab, meine Kleine ist eher abhängig vom Körperempfinden. Sie braucht unendlich viel Nähe um ruhig und entspannt bleiben zu können. Alles muss eng und nah sein, damit sie sich nicht so verloren fühlt im raum, denke ich.“

„Ich find es so erstaunlich wie unterschiedlich Kinder doch sind. Bei meiner Grossen ist es auch so wie bei euch alles am liebsten eng , bei unserer kleinen hingegen , darf es auf keinen fall eng sein. Schuhe sind furchtbar und wir bekommen sie nur unter Tränen angezogen, Hosen muss ich selber nähen da es für Mädchen oft schwer ist, ganz weite zu finden die Ihr auch am Bauch angenehm sind. Sobald Socken ein Muster haben und knubbelig sind geht das gar nicht.“ 

„Ich kenne das auch. Ich muss immer ein Gewicht auf mir haben, weil mir sonst komisch wird, schwer zu erklären. Im Winter z.b. brauche ich immer eine sehr schwere Jacke, mit so einem leichten Stepp Jäckchen würde ich mich so verloren und losgelöst fühlen…“

Hochsensibel auf der Buchmesse

Hochsensibel auf der Buchmesse

Zurzeit ist Buchmesse in Frankfurt, und als Autorin und Journalistin muss ich da einfach hin. Es ist jedes Jahr wieder spannend zu sehen, welche Neuerscheinungen für Kinder und Jugendliche das Rennen machen. Um die aktuellen Trends mitzubekommen, nehme ich gerne die Anreise und die Kosten auf mich. Wie schön, wenn neben einer ausführlichen Recherche zu anderen Autoren plötzlich auch meine eigenen Bücher vor mir im Regal stehen.

Herder hat mein Buch auf der Buchmesse schön präsentiert

In diesem Jahr habe ich mich ganz besonders darüber gefreut, mein Buch “Ist unser Sohn hochsensibel?” am Stand vom Herder Verlag zu sehen. Renommierte Verlage wie Herder bringen jedes Jahr Hunderte von neuen Büchern heraus, nur ein Bruchteil davon landet auf der Buchmesse. Umso schöner, dass eines von meinen Büchern in diesem Jahr dabei war.

Hochsensibel auf der BuchmesseNoch besser fand ich aber, dass jemand mein Buch in der Hand hielt und darin herumblätterte. Ich sprach die Leserin an und wir kamen sofort ins Gespräch über das Thema. Sie vermutet bei ihrem Sohn Hochsensibilität, aber auch bei sich. Ob das eine offizielle Diagnose sei, fragte sie mich. Wie man es feststellen könne und was man dagegen tun könne, oder ob man überhaupt etwas dagegen tun müsse. Sehr gerne beantwortete ich Ihre Fragen. Das ist ja fast das Schönste am Schreiben, der Kontakt zu den Lesern. In meinem Bereich, der Arbeit mit Kindern und Familien, sind fast alle Themen hoch emotional besetzt. Oft spiegelt sich die große Sorge der Eltern wieder, weil ihr Kind nicht dem normalen Maßstab entspricht, in der Schule Probleme hat oder mit Freunden nicht auskommt. Es ist schön, wenn ich diese Sorgen ein wenig zerstreuen kann.

Was qualifiziert gerade mich dazu?

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt in den letzten 30 Jahren. Zuallererst ist es meine Faszination und Liebe zu Kindern, die immer einzigartig und faszinierend sind. Dann sind es natürlich meine eigenen Erfahrungen mit meinen Söhnen und die jahrzehntelange Förderung von fremden Kindern mit Schwierigkeiten beim Lernen. Meine Ausbildung als Diplompädagogin trägt auch ein wenig dazu bei, und natürlich die Tausenden von Gesprächen, die ich mit besorgten Eltern in den letzten Jahrzehnten geführt habe. Gerade Erziehung ist auch viel Bauchgefühl, und darauf müssen junge Eltern lernen zu hören.

Mut machen und bestärken

Hochsensibler SohnImmer wieder kristallisiert sich in meiner Arbeit heraus, dass Kinder und Eltern positive Bestärkung benötigen, um weiter zu machen. Leider bekommen Sie davon in der Schule und von der Gesellschaft häufig zu wenig. Dabei braucht doch jeder Mensch Erfolgserlebnisse, Lob und Anerkennung, um sich als wertvoller Mensch und wichtiger Teil der Gemeinschaft zu fühlen. In meinen Büchern und bei meinen Beratungen versuche ich genau dieses Gefühl weiterzugeben. Jedes Problem ist eine Herausforderung und jeder Mensch ist einzigartig, er hat Talente und Fähigkeiten,die es zu finden gilt. Hochsensibilität ist nur eines der Persönlichkeitsmerkmale, die positiv UND negativ betrachtet werden können. Doch mal ehrlich – wer hat denn von einer negativen Sichtweise überhaupt einen Gewinn? Davon sollten wir uns alle ganz schnell verabschieden…

3 Tipps gegen Druck in der Schule

3 Tipps gegen Druck in der Schule

Tipps gegen Druck in der SchuleSchon lange stelle ich in meiner pädagogischen Arbeit mit Familien fest, das ganz normale, durchschnittliche Kinder bereits unter einem enormen Druck in der Schule stehen. Leistungsdruck in der Schule und in der Freizeit sind bei vielen Schülerinnen und Schülern Alltag. Durchschnitt bedeutet, in Klassenarbeiten eine Drei zu schreiben oder im Sport keine herausragenden Leistungen zu zeigen. Mittelfeld eben. Doch das reicht nicht, denn diese Kinder haben immer öfter das Gefühl, nichts Besonderes darzustellen. Sie fühlen sich als Versager.

Jedes Kind soll ein kluger Anführer sein

Ganz besonders stark wirkt sich dieses Denken auf den Schulalltag aus. Das zeigt auch die Untersuchungen des LBS Kinderbarometer, die mindestens jedem sechsten Kind in der Schule ein negatives Wohlbefinden bescheinigt. Unter Stress oder Druck leidet bereits jedes dritte Kind. Daran sind die Medien nicht ganz unschuldig, denn hier gibt es eine wahre Flut von Talenten, deren Videos Tag für Tag durch Fernsehen und Computer in den Köpfen der Eltern und Kinder landen. Gleichzeitig wird die Angst geschürt, durch schlechte Schulleistungen im späteren Berufsleben abgehängt zu werden.

Steuern Sie dem Druck in der Schule entgegen

Immer wieder betonen Lernforscher, dass Kinder unter Druck und mit Angst keine guten Leistungen erbringen können. Sie sind also gut beraten, wenn sie es schaffen Druck aus dem Alltag Ihres Kindes herauszunehmen. Und das geht so:

Tipp 1: Verändern Sie Ihre eigene Haltung, um den Druck in der Schule zu entkräften

Selbst für die Schulnote „4“ müssen mindestens 50 Prozent der Punkte erreicht werden und der Sprung von einer „5“ auf eine „3“ ist eine große Leistung ist. Machen Sie sich den Aussagewert von Noten bewusst, sie geben die Stellung eines Schülers in seiner Lerngruppe wieder. In einer anderen Klasse, mit anderen Mitschülern, würde Ihr Kind vielleicht eine andere Note bekommen.

Tipp 2: Geben Sie Ihrem Kind mehr Ruhe und Sicherheit

Viele Familien stehen den ganzen Tag unter Zeitdruck. Durch die Doppelbelastung von Beruf und Familie herrscht ein ständiger Alarmzustand, der durch die Vernetzung über Smartphones noch verschärft wird. Überprüfen Sie Ihren Alltag auf Situationen, die Verbesserungspotenzial haben. Gibt es schon morgens Streit, weil alles nicht schnell genug geht? Können Sie beim Frühstück mit Ruhe in den Tag starten? Ist nach dem Mittagessen genug Zeit für eine Pause? Wenn nicht, sollten Sie Ihren Zeitplan überdenken.

Tipp 3: Machen Sie regelmäßig etwas “Langweiliges” zusammen

Um ruhiger zu werden, dem Druck in der Schule entgegenzuwirken und zu sich selbst zu finden, brauchen Sie und Ihr Kind gemeinsame Zeit. Planen Sie einmal in der Woche einen Nachmittag von 3-4 Stunden ein, bei dem sie nichts anderes tun als gemütlich durch den Wald zu spazieren. Lassen Sie das Smartphone zu Hause und genießen Sie den Ausblick, besprechen Sie die Ereignisse der Woche oder freuen Sie sich einfach auf ein leckeres Stück Kuchen am Ende des Ausfluges. Das gibt Ihnen und Ihrem Kind Gelassenheit.

Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Kind unter dem Alltagsdruck leidet, sollten Sie nach den folgenden Symptomen Ausschau halten.

  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Traurigkeit und Depressionen
  • Einnässen
  • Essstörungen
  • Tics
  • Verhaltensauffälligkeiten (Aggressionen, Clown)
  • Zwänge

Natürlich ist nicht jedes Kind gleich, und manchmal können Kinder ihre Sorgen und Ängste auch sehr gut verstecken. Grundsätzlich sollten Sie immer einen Blick dafür haben, ob Ihr Kind fröhlich, unbeschwert und glücklich wirkt. Ist es über mehrere Tage lang bedrückt, möchte sich nicht mehr mit Freunden treffen und wird immer schweigsamer, müssen sie genauer hinsehen. Reden Sie mit Ihrem Kind, seien Sie sehr geduldig und verbringen Sie Zeit miteinander. Eltern gestalten das Lebensumfeld, geben ihrem Kind Schutz und sind Vorbild.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, wenn Sie unsicher sind

Die Kinderärztin ist eine erste Anlaufstelle, wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen. Auch Kinderpsychologen oder die Fachkräfte in den Erziehungsberatungsstellen können Ihnen weiterhelfen.

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Hochsensible Kinder werden häufig missverstanden

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Heulsuse oder Weichei? Hochsensible Kinder haben in feines Gespür für leise Missklänge, hoch empfindliche Nasen und Ohren und eine beeindruckende Empathie. Ihre Wahrnehmungskanäle stehen weit offen und erlauben es allen Reizen, sie ungefiltert zu passieren. Das hat Vor- und Nachteile. Eltern von hochsensiblen Kindern wissen davon ein Lied zu singen, denn die speziellen Bedürfnisse zu befriedigen, ist anstrengend und nervenaufreibend.

„Lara weint schon wieder!”

Von der Umwelt werden hochsensible Kinder als schwierig, weinerlich und kompliziert wahrgenommen. Schnell ist ihnen alles zuviel, sie sind „mäkelig“ und nicht belastbar. Auch in der Schule macht ihnen ihre „Offenheit“ zu schaffen. Sie lassen sich schnell ablenken, reagieren auf Ungerechtigkeiten sehr betroffen und können schlechte Stimmung nur schwer aushalten. Um sich gut und lange konzentrieren zu können, muss die Umgebung optimal sein. Und das ist in einem Klassenzimmer kaum herzustellen. Keine Streiterien, keine Störgeräusche und ein allgemein gutes Lernklima sind in Schulen Mangelware.

Beispiel Waschen: Hochsensible Kinder mögen das nicht

Hochsensible Kinder mögen kein WasserFür die meisten Kinder ist die tägliche Körperpflege ganz normal. Ohne groß zu klagen absolvieren sie mit etwas Übung mit ihren Eltern das normale Reinigungsprogramm. Ganz anders sieht das bei hochsensiblen Kindern aus. Ihre erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit und ihre Reizoffenheit führt dazu, dass alltägliche Dinge wie Haare waschen, baden oder duschen zu einer unangenehmen Herausforderung werden können. Sie mögen kein Wasser im Gesicht oder auf dem Kopf, halten warme Wassertemperaturen nicht aus und haben schlichtweg Angst die Kontrolle zu verlieren und zu ertrinken.

Lassen Sie Ihr hochsensibles Kind nicht leiden

Information und Verständnis sind die Schlüssel zum Umgang mit hochsensiblen Kindern. Die betroffenen Familien haben viele Möglichkeiten entwickelt, mit der Besonderheit ihrer Kinder umzugehen. Leider stehen sie damit noch oft sehr alleine da, denn noch immer wird das Phänomen bei längst nicht allen Kindern erkannt und belastet den Erziehungsalltag. Fernsehbeiträge, Zeitungsberichte und Bücher tragen dazu bei, dass die besonderen Wahrnehmungsfähigkeiten von hochsensiblen Menschen nicht als Spinnerei abgetan werden. Medien werden aufmerksam und beginnen das Phänomen zu untersuchen. Auch die Wissenschaft beschäftigt sich zunehmend mit der Untersuchung von Menschen, die sich als besonders feinfühlig, empfindsam oder hochsensibel bezeichnen. Sie versucht herauszufinden, was es mit dem Phänomen auf sich hat. Nach und nach nimmt die Hochsensibilität ihren Platz in der Gesellschaft ein.

Ist unser Sohn hochsensibel?

Hochsensible Jungen Mit Checkliste, Test und Tipps

Mit diesem Buch über hochsensible Jungen und junge Männer wird die besondere Wahrnehmungen der betroffenen Kinder und Jugendlichen, speziell der Jungen, in ihrem Alltag nachvollziehbar beschrieben. Ebenso wird an vielen Beispielen gezeigt, wie hochsensible Jungen ihren Alltag bewältigen, wie ihnen geholfen werden kann und welches Potenzial in dieser besonderen Form der Wahrnehmung steckt.

Diese 12 Verhaltensweisen sprechen für eine Hochsensibilität

  1. Hochsensible Kinder empfinden Gefühle sehr intensiv und beschäftigen sich lange mit den Dingen. (Tod Haustier)
  2. Hochsensible Kinder zeigen reiche, emotionale Reaktionen, auch auf alltägliche Dinge. (schlechte Note hängt lange nach)
  3. Sie haben viel Mitgefühl und mehr Sorgen als andere. (wittern überall Probleme)
  4. Hochsensible Kinder sind Meister im Dinge auf sich selber beziehen, persönlich nehmen.  (Hinterfragen Äußerungen anderer sehr intensiv und grübeln darüber)
  5. Es fält ihnen schwer, Entscheidungen zu treffen, Entscheidungen werden oft umgeworfen.
  6. Sie machen sich häufig Selbstvorwürfe, ärgern sich über ihre Fehler, empfinden alles als schlimmer. (Hätte mehr lernen sollen, mich besser vorbereiten sollen.)
  7. Hochsensible Kinder sind detailverliebt, kleinste Details werden wahrgenommen, sie merken Veränderungen und erkennen Stimmungen, gute Intuition.
  8. Ihre Lärmempfindlichkeit ist hoch, ein großer Stressfaktor, sie gewöhnen sich nur schlecht an wiederkehrende Geräusche.
  9. Im Einzelsport fühlen sie sich wohler als beim Teamsport, sie werden nicht gerne beobachtet.
  10. Hochsensible Kinder haben eine Abneigung gegen Gewalt, ihre große Empathie lässt sie sich dann selber schlecht fühlen, sie sehen wenig fern (Filme machen Angst).
  11. Hochsensible Kinder haben häufig eine ausgeprägte soziale Ader.
  12. Sie haben oft einen extrem überhöhten Selbstanspruch und sind selten mit sich selbst zufrieden.

Auszug aus: Ist unser Sohn hochsensibel?

Ist unser Sohn hochsensibel?Ein Dauerthema bei hochsensiblen Kindern ist die Kleidung. Fast alle haben bestimmte Abneigungen, die sie einfach nicht überwinden können. Viele vertragen an der Haut keine kratzigen Materialien, wie beispielsweise Wolle, Filz oder Cord. Auch synthetische Fasern sind ihnen unangenehm. Dabei können schon kleinste Spuren eines synthetischen Fadens starkes Unwohlsein auslösen, zum Beispiel in Nähten oder Etiketten. Für viele Menschen ist das nicht zu verstehen, aber die Störung ist real. Die Liste der Abneigungen ist lang und alle Eltern von hochsensiblen Kindern können Sie noch erweitern.

Probleme hochsensibler Kinder gibt es unter anderem bei:

  • Reißverschlüssen
  • Strumpfhosen (zu eng oder zu weit)
  • Ärmel (zu kurz oder zu lang)
  • Knöpfe werden oft jahrelang abgelehnt
  • Schnürsenkel (die meisten Kinder tragen Schuhe mit Klettverschluss)
  • Stoffart (zu kratzig oder zu fest)
  • Umstieg von Sommer auf Winterkleidung
  • Halt in den Schuhen (muss bei beiden Füßen identisch sein)
  • Unterwäsche darf nicht drücken
  • Nähte an den Strümpfen, besonders zwischen den Zehen
  • Es darf nicht am Körper “flattern”
  • Sandkorn in den Schuhen
  • Wäschezettel in der Kleidung
  • nasse oder schmutzige Kleidung
  • Falten in der Kleidung

Bei manchen Kindern hilft es, sie beim Anziehen abzulenken. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, beispielsweise etwas Spannendes zu erzählen oder auch beim Anziehen immer wieder den Raum zu wechseln, weil Kleidungsstücke in einem anderen Zimmer liegen.

Hochsensible JungenBeispiel: Sascha hat eine starke Abneigung gegen Knöpfe aller Art. Er trägt keine Hosen mit Knöpfen, keine Hemden und keine Jacken. Warum ihm Knöpfe nicht gefallen, kann er nicht ausdrücken. Es wirkt fast so, als hätte er Angst davor. Seine Eltern haben sich darauf eingestellt und kaufen ihm Hosen mit Gummizug, Jacken mit Klettverschluss und T-Shirts oder Sweatshirts. Problematisch wird es nur, wenn Sascha für den Auftritt in seiner Theatergruppe spezielle Kostüme benötigt. Gerade in den alten Märchen sind Klettverschlüsse an den Kostümen nicht passend. Es finden jedes Mal intensive Überlegungen statt, welche Kleidung Sascha in seiner Rolle tragen kann. Da alle Sascha Besonderheit akzeptieren, findet sich glücklicherweise immer eine Lösung.

Mein Tipp: Nehmen Sie Ihr Kind beim Kleiderkauf unbedingt mit, damit es schon im Geschäft ausprobieren kann, ob alles in Ordnung ist. Bitte versuchen Sie nicht, die Empfindungen Ihres Kindes als Unsinn abzutun. Da hochsensible Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen, sich von Kleidung wirklich stark gestört fühlen können, werden sie nicht nachgeben. Vermeiden Sie Machtspiele, sondern überlassen Sie Ihrem Kind, was es tragen möchte. Hat es sich dann jedoch einmal entschieden, sollten Sie auch möglichst konsequent bleiben.

Quelle: Ist unser Sohn hochsensibel? von Uta Reimann-Höhn

Schulstress durch Hochsensibilität

Auf www.lernfoerderung gibt es noch weitere Informationen zu hochsensiblen Kindern. Wie Sie Hochsensibilität erkennen und was Sie tun können, erfahren Sie hier. [weiterlesen]

Update Herbst 2017

Zurzeit ist Buchmesse in Frankfurt, und als Autorin und Journalistin muss ich da einfach hin. Es ist jedes Jahr wieder spannend zu sehen, welche Neuerscheinungen für Kinder und Jugendliche das Rennen machen. Um die aktuellen Trends mitzubekommen, nehme ich gerne die Anreise und die Kosten auf mich. Wie schön, wenn neben einer ausführlichen Recherche zu anderen Autoren plötzlich auch meine eigenen Bücher vor mir im Regal stehen.

Herder hat mein Buch auf der Buchmesse schön präsentiert

In diesem Jahr habe ich mich ganz besonders darüber gefreut, mein Buch “Ist unser Sohn hochsensibel?” am Stand vom Herder Verlag zu sehen. Renommierte Verlage wie Herder bringen jedes Jahr Hunderte von neuen Büchern heraus, nur ein Bruchteil davon landet auf der Buchmesse. Umso schöner, dass eines von meinen Büchern in diesem Jahr dabei war.

Hochsensibel auf der BuchmesseNoch besser fand ich aber, dass jemand mein Buch in der Hand hielt und darin herumblätterte. Ich sprach die Leserin an und wir kamen sofort ins Gespräch über das Thema. Sie vermutet bei ihrem Sohn Hochsensibilität, aber auch bei sich. Ob das eine offizielle Diagnose sei, fragte sie mich. Wie man es feststellen könne und was man dagegen tun könne, oder ob man überhaupt etwas dagegen tun müsse. Sehr gerne beantwortete ich Ihre Fragen. Das ist ja fast das Schönste am Schreiben, der Kontakt zu den Lesern. In meinem Bereich, der Arbeit mit Kindern und Familien, sind fast alle Themen hoch emotional besetzt. Oft spiegelt sich die große Sorge der Eltern wieder, weil ihr Kind nicht dem normalen Maßstab entspricht, in der Schule Probleme hat oder mit Freunden nicht auskommt. Es ist schön, wenn ich diese Sorgen ein wenig zerstreuen kann.

Was qualifiziert gerade mich dazu?

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt in den letzten 30 Jahren. Zuallererst ist es meine Faszination und Liebe zu Kindern, die immer einzigartig und faszinierend sind. Dann sind es natürlich meine eigenen Erfahrungen mit meinen Söhnen und die jahrzehntelange Förderung von fremden Kindern mit Schwierigkeiten beim Lernen. Meine Ausbildung als Diplompädagogin trägt auch ein wenig dazu bei, und natürlich die Tausenden von Gesprächen, die ich mit besorgten Eltern in den letzten Jahrzehnten geführt habe. Gerade Erziehung ist auch viel Bauchgefühl, und darauf müssen junge Eltern lernen zu hören.

Mut machen und bestärken

Hochsensibler SohnImmer wieder kristallisiert sich in meiner Arbeit heraus, dass Kinder und Eltern positive Bestärkung benötigen, um weiter zu machen. Leider bekommen Sie davon in der Schule und von der Gesellschaft häufig zu wenig. Dabei braucht doch jeder Mensch Erfolgserlebnisse, Lob und Anerkennung, um sich als wertvoller Mensch und wichtiger Teil der Gemeinschaft zu fühlen. In meinen Büchern und bei meinen Beratungen versuche ich genau dieses Gefühl weiterzugeben. Jedes Problem ist eine Herausforderung und jeder Mensch ist einzigartig, er hat Talente und Fähigkeiten,die es zu finden gilt. Hochsensibilität ist nur eines der Persönlichkeitsmerkmale, die positiv UND negativ betrachtet werden können. Doch mal ehrlich – wer hat denn von einer negativen Sichtweise überhaupt einen Gewinn? Davon sollten wir uns alle ganz schnell verabschieden…

Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen und Tipps!

Hochsensibilität: Hochsensible Kinder verstehen

Hochsensibilität: Hochsensible Kinder verstehen

Kürzlich sprach mich eine Mutter auf hochsensible Kinder bzw. auf Hochsensibilität an und schilderte mir das Verhalten ihres Sohnes. „Nico ist anders als seine Freunde. Er ermüdet schneller, ist eher ängstlich und tut sich mit Veränderungen schwer. Wo andere drauf losreden oder gleich hinspringen, bleibt er abwartend und zögerlich. Er weint schnell, häufig weil er erschöpft ist. Nico nimmt alles sehr ernst und schwer, er geht niemals einfach über eine Äußerung hinweg. Letztens erzählte eine Freundin, dass ihre Katze weggelaufen wäre. Nico brach in Tränen aus, er stellte sich vor, wie einsam das Tier nun sein müsse.“

Hochsensible KinderHochsensibilität: Betroffene Kinder haben schnell zuviel

Der achtjährige Nico ist vermutlich hochsensibel, wie viele andere Menschen auch. Hochsensible spüren oft sehr genau, dass sie die Welt intensiver wahrnehmen. Aber Außenstehende können das kaum nachvollziehen. Wie sollen sie auch wissen, dass ein hochsensibler Mensch beispielsweise Geräusche wesentlich intensiver hört als ein normal wahrnehmender. Die Grenze vom Genuss zur Qual ist schnell erreicht, dann ist Musik nur noch störend und Gespräche am Nebentisch führen zu Kopfschmerz und Überlastung. Die Hochsensibilität ist weit verbreitet, circa 20 Prozent halten sich für betroffen.

Hochsensible Kinder sind weder krank noch speziell

Eine anerkannte Diagnose ist Hochsensibilität nicht, noch nicht. Es handelt sich auch nicht um eine Erkrankung oder eine psychische Besonderheit. Betroffene Kinder und Erwachsene verarbeiten vermutlich nur Reize im Gehirn anders oder intensiver, das muss aber nicht schlimm sein, sondern kann durchaus auch als Fähigkeit genutzt werden. Es ist lediglich anstrengend für die Betroffenen. Zwang und Druck hilft hochsensiblen Kindern nicht, sie brauchen Verständnis und müssen ihrem eigenen Tempo folgen dürfen. Doch das gilt natürlich auch für andere Kinder.

Mein Tipp: Hochsensible Kinder brauchen mehr Freiräume und Ruhephasen als andere. Sobald sie merken, dass ihnen etwas zuviel wird, sollten sie kürzertreten. Kleine Pausen helfen beim Entspannen, ein ruhiges Spiel, ein Spaziergang oder das Lesen eines Buches dienen der Beruhigung. Hat sich das Kind erholt, kann es weiter lernen, spielen oder zuhören.

Link: http://www.zartbesaitet.net/

Checkliste Hochsensibilität hier

Wenn Sie mehr über das Phänomen wissen wollen, schauen Sie doch mal hier vorbei. Eine Checkliste zur Hochsensibilität beantwortet Fragen und schafft Klarheit.

Hochsensible Kleinkinder

Erste Anzeichen von Hochsensibilität zeigen sich schon bei Säuglingen. Sie fordern sehr engen Kontakt zur Bezugsperson, sind von Lärm oder Geräuschen schnell überfordert und profitieren von klar strukturierten Tagesabläufen.

Im Kindergartenalter werden die Anzeichen deutlicher. Hochsensible Jungen halten sich von lautstarken Gruppen Gleichaltriger fern und spielen lieber alleine, oder mit nur einem anderen Kind. Sie meiden Raufereien und fühlen sich bei Gruppenspiele nicht wohl. Höhe und Geschwindigkeit sind ihnen nicht geheuer, bei allem Neuen sind sie vorsichtig. Beim Essen und bei der Kleidung haben sie ganz spezielle Vorstellungen, die sie mit einer Null-Toleranz-Mentalität durchsetzen. Sie sind sehr fixiert auf ihre Bezugsperson und vorsichtig mit anderen Kontakten.

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