Wie schreibt man ein Rezept?
Ein gutes Rezept beantwortet vier wichtige Fragen: Was wird zubereitet? Was brauche ich? Was mache ich in welcher Reihenfolge? Und wann ist das Gericht fertig?
Was wird zubereitet?
Was wird benötigt?
Was passiert wann?
Wann ist alles fertig?
Wie eine Vorgangsbeschreibung grundsätzlich aufgebaut wird, erklären wir ausführlich in unserer Anleitung zur Vorgangsbeschreibung.
Rezept schreiben: ein einfaches Beispiel
Nehmen wir ein Gericht, das fast jeder kennt: Pfannkuchen. Schon an diesem einfachen Beispiel kannst du den Aufbau eines Rezeptes gut erkennen.
Zutaten
Pfannkuchen für 2 Personen- 200 g Mehl
- 2 Eier
- 300 ml Milch
- 1 Prise Salz
- etwas Öl für die Pfanne
Zubereitung
Zuerst gibst du das Mehl in eine Schüssel. Dann fügst du die Eier, die Milch und eine Prise Salz hinzu.
Anschließend verrührst du alle Zutaten zu einem glatten Teig. Erhitze danach etwas Öl in einer Pfanne.
Zum Schluss gibst du portionsweise Teig in die Pfanne und backst die Pfannkuchen von beiden Seiten goldbraun.
Diese Wörter machen dein Rezept verständlich
Besonders wichtig sind Wörter, die die Reihenfolge zeigen. Sie helfen dem Leser, keinen Arbeitsschritt zu überspringen.
Verwende genaue Verben
Auch die Verben sind wichtig. Statt immer nur „machen“ zu schreiben, beschreibst du möglichst genau, was getan werden soll.
Die häufigsten Fehler beim Rezeptschreiben
Stell dir beim Schreiben immer vor, jemand kennt das Gericht überhaupt nicht. Könnte diese Person es nur mithilfe deiner Anleitung zubereiten? Dann hast du dein Rezept gut beschrieben.
Gib etwas Mehl in die Schüssel. Dann kommt Milch dazu. Rühre alles und backe die Pfannkuchen.
Gib 200 g Mehl in eine Schüssel. Füge anschließend 300 ml Milch und zwei Eier hinzu und verrühre alles zu einem glatten Teig.
1. Mengenangaben fehlen
„Etwas Mehl“ reicht meistens nicht. Schreibe möglichst genau: 200 g Mehl, 300 ml Milch oder 1 Teelöffel Salz.
2. Die Reihenfolge stimmt nicht
Niemand möchte mitten beim Backen erfahren, dass der Backofen eigentlich schon vor zehn Minuten hätte vorgeheizt werden sollen. Überlege deshalb vorher, welcher Schritt wann stattfinden muss.
3. Eine Zutat taucht plötzlich auf
Alles, was du während der Zubereitung verwendest, muss vorher in der Zutatenliste stehen.
4. Du wechselst die Anrede
Entscheide dich für eine Form und bleibe dabei. Wenn du mit „du“ beginnst, solltest du nicht plötzlich zu „man“ wechseln.
Übung: Kannst du dieses Rezept verbessern?
„Nimm Mehl und Eier. Vermische alles. Dann machst du Milch dazu. Anschließend kommt der Teig in die Pfanne. Wenn er fertig ist, kannst du ihn essen.“
Finde mindestens vier Probleme:- Welche Mengen fehlen?
- Fehlt eine Zutat?
- Ist die Zubereitung genau genug?
- Wie lange muss der Pfannkuchen gebacken werden?
- Woran erkennt man, dass er fertig ist?
Checkliste: Ist dein Rezept fertig?
- Hat dein Rezept eine passende Überschrift?
- Sind alle Zutaten aufgeführt?
- Hast du genaue Mengenangaben verwendet?
- Stehen die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge?
- Verwendest du passende Wörter wie „zuerst“, „danach“ und „anschließend“?
- Benutzt du genaue Verben wie „rühren“, „schneiden“ oder „kneten“?
- Hast du deine gewählte Anrede beibehalten?
- Könnte jemand dein Rezept ohne Nachfragen nachkochen?
Ein Rezept ist eine Form der Vorgangsbeschreibung. Wenn du diese Textform für die Schule übst, lies deshalb auch unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Vorgangsbeschreibung. Dort lernst du, wie du auch Bauanleitungen, Spielanleitungen und andere Abläufe verständlich beschreibst.



