Hilfe Hochbegabung?

Hochbegabung hat zwei Seiten.

Die meisten Hochbegabten sind gute Schüler

Auch ohne eine besondere Förderung, spezielle Beschulung oder extrem aufmerksame Pädagogen entwickeln sich die weitaus meisten hochbegabten Kinder gemäß ihren Möglichkeiten. Bei vielen wird die Hochbegabung niemals zum Problem, sondern äußert sich lediglich in großem Wissensdurst, einer schnellen Auffassungsgabe und Neugier.

Werden hochbegabte Kinder und Jugendliche allerdings über einen langen Zeitraum unterfordert, kann sich Frustration einstellen. Andauernde Langeweile, keine geistige Herausforderung und zu wenig „Denkfutter“ führt manchmal dazu, dass die Kinder komplett abschalten. Sie wirken dann desinteressiert, unkonzentriert und demotiviert. In der Folge können sogar die Noten schlechter werden.

Daran erkennen Sie eine Hochbegabung

  • Kind spricht früh viel (vor 2. Geburtstag)
  • großer Wissenshunger
  • Kind schläft wenig
  • gutes Allgemeinwissen
  • großen Wortschatz
  • neugierig und „umtriebig“
  • gutes Gedächtnis
  • diskutiert viel und gerne
  • löst Transferaufgaben gut
  • erkennt Probleme und löst sie
  • beobachtet genau
  • langweilt sich mit Gleichaltrigen

Manchmal gibt es auch soziale Probleme

Sind hochbegabte Kinder ständig unterfordert, auch im persönlichen Kontakt, machen ihnen Freundschaften wenig Spaß. Wer beim Spielen immer gewinnt, für den Erklärungen immer zu lang sind und wer sich peramanent langweilt, hat auch am Kontakt mit den Freunden wenig Spaß. Das wirkt manchmal wie Arroganz oder Überheblichkeit, ist aber auch Ausdruck von Verzweiflung. Auch Hochbegabte möchten Freunde haben und sich auf ihrem Niveau unterhalten können.

Manche Hochbegabte stellen sich extra dumm, nur um ihre Freundinnen und Freunde nicht zu verlieren. Andere suchen die Kontakte eher in Gruppen außerhalb der Schule. Sie lernen eine schwierige Sprache, spielen Schach oder machen extremen Sport.

Bleiben Sie bei Hochbegabung entspannt

Entwarnung: Hochbegabung kann also nicht zwangsläufig mit schwierigem Sozialverhalten oder Anpassungsproblemen gleichgesetzt werden. Zu dieser Erkenntnis kam schon die Langzeitstudie (Marburger Hochbegabten Projekt MHP), die Ende der 1980er Jahre gestartet wurde. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass „die Hochbegabten als im Schulsystem gut integriert und schulisch erfolgreich sowie sozial unauffällig, psychisch besonders stabil und selbstbewusst charakterisiert werden können.“