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Angst vor dem Lehrergespräch

Angst vor dem Lehrergespräch

In einer Woche muss ich zum Lehrergespräch in die Schule meines Sohnes, und es ist wahr, ich habe Angst vor dem Lehrergespräch. Vor diesem Termin habe ich großen Bammel, denn bis jetzt ist nicht immer alles gut gelaufen. Mein Sohn ist in der Mitte der neunten Klasse und die Schule möchte ihn nicht versetzen. In der Vergangenheit hatte Julian eine Reihe von Schwierigkeiten, weil er unter ADHS leidet. Inzwischen hat er sein Verhalten ganz gut im Griff, auch weil er Medikinet nimmt.

Die Schule war bisher nicht einfach für Julian

Angst vor dem LehrergesprächMein Sohn hatte es nicht leicht, denn sein Verhalten und seine Fähigkeiten zum Lernen gingen stets stark auseinander. Bis zum Ende der achten Klasse schrieb er in allen Hauptfächern regelmäßig eine eins. Im letzten Halbjahr ist auch schon mal eine zwei dazugekommen, aber grundsätzlich sind seine Leistungen gut bis sehr gut. Würde er nun die Schule mit der neunten Klasse abschließen, hätte er sein Potenzial überhaupt noch nicht ausgeschöpft. Die Lehrer behaupten allerdings, sein Verhalten würde ihn untragbar machen. Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung führt auch dazu, dass ich Angst vor dem Lehrergespräch habe.

Julian Verhalten ist nicht immer einfach zu ertragen

Natürlich weiß ich, dass es nicht leicht ist, meinen Sohn im Unterricht zu haben. Durch seine Unaufmerksamkeit und seine Konzentrationsschwäche schweift er schnell ab. Dann kann’s passieren, dass er aufsteht und durch den Raum läuft. Manchmal redet er dabei auch leise vor sich hin. Julian wird nie laut, ist nicht aggressiv und auch niemals in einen Streit verwickelt. Er braucht ständige Ansprache, um immer wieder in das Unterrichtsgeschehen zurückgeholt zu werden. Manchen Lehrern gelingt dies, anderen leider nicht. So wie es im Moment ist, scheint es problematisch zu sein. Obwohl ich nie irgendwelche Schreiben bekomme oder zum Gespräch geladen werde. Kein Wunder also, dass ich Angst vor dem Lehrgespräch habe.

Für die Klassenlehrerin ist Julian zu anstrengend

Angst vor dem LehrergesprächDurch den Lehrerwechsel im letzten Jahr hat Julian nun eine neue Klassenlehrerin bekommen. Diese weigert sich, Julian so intensiv zu beschulen, wie er es braucht. Dadurch sind seine Noten bereits ein wenig schlechter geworden. Viel schlimmer ist es aber, das die Lehrerin behauptet, Julian könnte mit diesem Verhalten nicht die zehnte Klasse besuchen. Ich sehe das anders, denn seine Leistungen sind gut. Ich denke, die Schule ist verpflichtet, meinem Kind die bestmögliche Ausgangssituation zu bieten. Auch wenn es etwas anstrengend ist.

Julian will lernen

Mein Sohn hat sich in den letzten Jahren sehr positiv verändert. Er ist selbstständiger geworden und lernt nun ohne Aufforderung. Da er sowieso sehr intelligent ist, muss er nur wenig Aufwand betreiben, um eine Eins zu bekommen. Allerdings ist seine Wahrnehmung von der Realität manchmal etwas verschoben. Durch seine Reizfilterschwäche nimmt er alles wahr, was um ihn herum passiert. Dann fällt es ihm schwer zuzuordnen, was davon wichtig ist und was nicht. Das führt teilweise zu merkwürdigen Verhalten im Unterricht. Einige Lehrer können das nicht verstehen. Oder sie wollen es nicht verstehen.

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6 Tipps LehrergesprächJedes Kind ist anders und jeder Lehrer auch. Doch es gibt grundlegende Dinge, die Sie im Lehrergespräch wirklich weiterbringen. Wenn auch Sie Angst vor dem Lehrergespräch haben, helfen Ihnen die 6 Tipps und 5 Kernpunkte ganz bestimmt weiter. [weiterlesen Lehrergespräch]

Angst vor dem Lehrergespräch

Nächste Woche nun wird es ernst, es geht um Julian Versetzung. Ich habe große Angst, dass die Schule in nicht ins neue Schuljahr mitnehmen will. Die Klassenlehrerin ist sehr negativ eingestellt. Weil ich so unsicher bin, habe ich mich von Frau Reimann Höhn intensiv beraten lassen.

Sie rät mir zu folgendem Vorgehen:

– Zu dem Lehrergespräch nehme ich eine Freundin mit, die selber Lehrerin ist und meinen Sohn seit vielen Jahren kennt. Sie ist ein sehr sachlicher Typ und wird ein Gegengewicht zu meiner emotionalen Art sein. Außerdem kann sie das Gespräch protokollieren und darauf achten, dass es sachlich und zielgerichtet abläuft. Mit dieser Freundin an meiner Seite fühle ich mich etwas sicherer.

– Ich werde versuchen die Lehrer auf meine Seite zu ziehen. Ich werde meine Sätze immer so formulieren, dass ich die Lehrer bitte, mich und meinen Sohn zu unterstützen. Ich frage sie zum Beispiel: „Was können wir noch tun, damit Julian in die zehnte Klasse versetzt wird?”

– Vor dem Gespräch überlege ich mir eine Strategie, wie ich vorgehen will. Mein erklärtes Ziel ist, dass Julian an der Schule bleiben kann und die zehnte Klasse besucht. Das möchte ich in dem Gespräch ganz deutlich machen. Ein Ergebnis brauche ich nicht unbedingt zu diesem Zeitpunkt.

– Auf jeden Fall werde ich darauf bestehen, einen Folgetermin in 4-6 Wochen zu erhalten.

– Wenn ich feststellen, dass die Haltung der Lehrerin sich nicht ändert, werde ich zum nächsten Termin darum bitten, die Schulleitung hinzuzuziehen. Da Julian in psychologischer Behandlung ist, werde ich auch darauf bestehen, dass sein behandelnder Arzt sich einschaltet. In einer großen Runde wird dann darüber entschieden, wie es weitergeht.

Meine Gesprächsstrategie gibt mir Sicherheit

Angst vor LehrergesprächenNatürlich habe ich immer noch Angst vor dem Gespräch, aber jetzt sehe ich einen roten Faden, an dem ich mich entlang handeln kann. Außerdem werde ich nicht alleine sein, sondern von einer qualifizierten Lehrerin unterstützt. Das hätte ich längst schon tun sollen. Frau Reimann-Höhn riet mir auch, schon jetzt eine Alternative bereit zu legen. Da ich auf jeden Fall möchte, dass mein Sohn das zehnte Schuljahr absolviert, werde ich mich nach einer Privatschule umsehen.

Eltern fühlen sich oft sehr alleine

Hinter einem Lehrer steht die ganze Schule, hinter einem Elternteil oft niemand. Hinzu kommt die emotionale Belastung und die Sorge um das eigene Kind, das zermürbt auf Dauer. Eltern brauchen eine Lobby, Ansprechpartner und Unterstützung, die ihnen zur Seite stehen, wenn es Schwierigkeiten gibt.

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Neues zu AD(H)S: Studie sucht Teilnehmer

Ein Forschungsprojekt der Uniklinik Köln richtet sich an Jugendlichen mit schlechten Schulleistungen, die zusätzlich noch psychische Störungen wie Depressionen oder Aufmerksamkeitsprobleme (AD(H)S aufweisen. Viele der betroffenen Jugendlichen bleiben dabei deutlich unter ihren schulischen Möglichkeiten. Für diese Schüler wurde an der Uniklinik Köln ein Therapieprogramm zur Verbesserung der schulischen Leistung entwickelt.

Neues zu AD(H)S: Pilotstudie gab positive Hinweise

Neues zu AD(H)SErgebnisse einer kleinen Pilotstudie gaben Hinweise auf eine deutliche Abnahme schulischer Leistungsprobleme und psychischer Auffälligkeiten während der Therapie. Nun soll in einer größeren Studie untersucht werden, ob sich diese Veränderungen durch moderne Transfertechniken noch steigern lassen. Dazu wurde eine Smartphone-App entwickelt, die zusätzlich zu der Therapie eingesetzt werden soll.

Wer eignet sich für die Studie?

Gesucht werden Jugendliche an weiterführenden Schulen im Alter zwischen 11 und 18 Jahren, die schlechte Schulleistungen in Form von schlechten Schulnoten zeigen und eine psychische Störung haben. Man hofft hier, Neues zu AD(H)S in der Forschung zu finden.

Anmeldungen und weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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Guanfacin gegen ADHS

Guanfacin gegen ADHS

Guanfacin – Zulassung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS seit 2016

Guanfacin retard bei AD(H)SDie Retardformulierung von Guanfacin (Intuniv®) ist 2016 in Deutschland eingeführt worden. Dieses Präparat ist im Rahmen einer umfassenden therapeutischen Gesamtstrategie bei Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 6 Jahren mit ADHS zugelassen, wenn eine Behandlung mit Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamin) nicht in Frage kommt, unverträglich war oder sich als unwirksam erwiesen hat.
In den USA ist Guanfacin seit 2009, dort auch für Erwachsene, zugelassen, wobei es dort auch in Kombination mit einem Stimulanz angesetzt werden kann. Guanfacin ist nicht BtM-pflichtig.

Betroffene Familien sind noch sehr unsicher

” Meine große ist 10 Jahre alt. Sie hatte erst methylphenidat, dann kam medikenet von 2013 bis 2016. Bei den beiden wurde sie leider sehr aggressiv. Seit Februar 2016 bekommt sie Elvanse, das war super, nur dass sie von 40 kg auf 34 kg mit dem Gewicht runter ist. So kann das nicht weitergehn. Ab Samstag soll sie Guanfacin retard bekommen. Hat jemand damit schon Erfahrung gesammelt?”

Stand Juni 2015

Vielleicht gibt es bald ein neues Medikament gegen die Aufmerksamkeits- Hyperaktivitätsstörung, unter der so viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene weltweit leiden. Die Rede ist von dem selektiven ?2-Rezeptoragonisten Guanfacin. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat das Medikament, das in sich langsam freisetzenden Kapseln oder Tabletten verabreicht wird, als Behandlung gegen ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) zur Zulassung empfohlen. In der EU könnte es also bald ein weiteres Medikament neben den bereits existierenden Wirkstoffen (Stimulanzien) wie Ritalin oder Strattera geben.

Das Medikament gibt es schon in den USA

Guanfacin wird in den USA schon länger bei ADHS und bei Bluthochdruck verschrieben, nun sollen auch europäische Patienten davon profitieren. In der EU darf Guanfacin nicht alleine, sondern nur als Teil eines Gesamtkonzeptes verschrieben werden. Neben der Medikation gehört beispielsweise dann auch eine psychologische Betreuung der Betroffenen zur Behandlung dazu. Ohne eine medizinische und psychologische Begleitung soll der Wirkstoff nicht verabreicht werden.

ADHSGuanfacin für Kinder zwischen 6 und 17 Jahren

Die Zulassung wird für ADHS-Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren empfohlen, die auf die bisherigen Stimulanzien nicht ansprechen oder die eine Unverträglichkeit vorweisen. Laut der EMA wurden Sicherheit und Wirksamkeit in 13 Studien überprüft. Natürlich sind auch Nebenwirkungen festgestellt worden, beispielsweise Bradykardie, Hypotonie, Synkopen sowie Müdigkeit samt eines damit assoziierten Sturzrisikos.

Medikamentengabe gut abwägen

Die Verabreichung von Medikamenten gegen ADHS ist umstritten und wird immer wieder kontrovers diskutiert. Besonders im Zusammenhang mit schulischen Leistungen geraten viele Eltern unter Druck und greifen zum vermeindlichen Rettungsanker der Medizin. Ohne eine sorgfältige medizinische Begleitung und ein genaues Abwägen der Vor- und Nachteile sollten besonders Kinder jedoch keine Medikamente einnehmen.




Hyperfokus | hyperfokussieren

Hyperfokus | hyperfokussieren

Hyperfokussieren oder Hyperfokus: In einer Sache vollkommen aufgehen

Seit die vierzehnjährige Lena verliebt ist, dreht sich alles in ihrem Leben um Jakob, sie hyperfokussiert. Es grenzt an Besessenheit, wie sie jeden Teilbereich des Tages mit ihrem Schwarm verbindet. Schon beim Frühstück stochert sie verträumt in ihrem Müsli herum, malt Herzchen in die Haferflocken und lässt dann den halbvollen Teller stehen. Lächelnd und verträumt macht sie sich auf den Weg zum Schulbus. Da kann es schon einmal passieren, dass sie ihren Rucksack mit allen Schulsachen zuhause stehen lässt. Im Unterricht malt sie Herzen auf ihren Schreibblock und auf ihren Unterarm, anstatt den Ausführungen der Lehrer zu folgen. Hoch konzentriert verfasst sie kleine Liebesbriefe und verziert diese mit künstlerischen Zeichnungen. Anfangs sind die Eltern ganz begeistert davon, wie konzentriert ihre vergessliche und chaotische Tochter plötzlich wirkt. Doch dann bemerken sie, dass Lena kaum noch andere Dinge im Kopf hat, als diesen Jungen.ADHS und der Hyperfokus in der Pubertät

Alles dreht sich um Jakob

Die Inhalte des Unterrichts nimmt sie überhaupt nicht mehr auf. An die Hausaufgaben kann sie sich nicht erinnern, meistens erklärt sie, dass sie keine aufhätte. Verbringt sie doch einmal Zeit an ihrem Schreibtisch, dann schmiedet sie Pläne, wie sie Jakob auf sich aufmerksam machen kann. Hoch konzentriert vergleicht sie die Stundenpläne vor sich und Jakob, und plant zufällige Treffen beim Bus oder auf dem Schulhof. Lena begeistert sich plötzlich für American Football, weil Jakob diesen Sport ausübt. Stundenlang sucht sie im Internet nach aktuellen Informationen, nur um Jakob nah sein zu können. Oft ist sie dabei überhaupt nicht ansprechbar und reagiert nicht.
Lena gelingt es jedoch nicht, ihre Konzentration auch auf andere Bereiche zu lenken. Im Gegenteil, ihre Noten werden immer schlechter, weil sie im Unterricht abschaltet. In ihrem Leben ist für nichts anderes mehr Platz als für Jakob. Sie träumt von einem gemeinsamen Leben und hält die Schule für sinnlose und vertane Zeit.

Was tun, wenn ein Kind hyperfokussiert?

Hyperfokus, hyperfokussierenLenas Eltern sind ratlos. Schließlich können sie den jungen Mann nicht einfach verschwinden lassen. Die Romanze spielt sich auch mehr in Lenas Kopf ab, als der Realität. Wie sollten sie darauf Einfluss nehmen?
Wenn sie mit ihrer Tochter schimpfen, erreichen sie überhaupt nichts. Auch ein Hausarrest, ein langes Gespräch mit den Lehrern und ein Computerverbot bringen nichts. Selbst als sie das Smartphone von Lena eine Weile einziehen, ändert sich an dem Verhalten des jungen Mädchen nichts. Sie wird lediglich sehr wütend auf ihre Eltern und zieht sich noch mehr in ihr Zimmer und ihre eigene Welt zurück.
Dieser Zustand hält einige Wochen an, ohne dass die Eltern etwas ausrichten können. Dann verändert sich Lenas Verhalten plötzlich. Ein Freund von Jakob hat ihr erzählt, dass ihr Schwarm sich für ein anderes Mädchen interessiert. Für Lena bricht eine Welt zusammen. Tagelang verkriecht sie sich in ihrem Zimmer und weint, ist untröstlich, spricht vom Ende ihres Lebens. Ihre positive Lebenseinstellung ist von
einer Minute auf die andere gekippt. Sie kann dem Alltag nichts Positives mehr abgewinnen, zieht sich von allen Aktivitäten zurück. Auch Gesprächen verweigert sie sich, hört exzessiv Musik und schreibt Tagebuch. Erst nach langen sieben Tagen verändert sich Lenas Verhalten, die Fokussierung auf Jakob scheint überwunden. Alle atmen auf, den nun ist Lena wieder ansprechbar, wenn auch unkonzentriert wie eh und je.

Hyperfokussieren kommt bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS vor

Für einen Jugendlichen mit einer AD(H)S ist es nicht schlecht, sein Talent und sein Interesse auf eine Aufgabe zu konzentrieren, anstatt sein Bedürfnis nach Spannung und Aufregung auf Drogen oder kriminelle Handlungen zu verlagern. Bei Jessica zeigt sich das Hyperfokussieren am deutlichsten, wenn sie liest. Sie ist eine Vielleserin und taucht dann zu 100 Prozent in die Welt des Buches ein. Wenn sie ein Buch anfängt, muss sie auch es zuende lesen. Vorher gelingt es ihr nicht, sich einem anderen Thema zuzuwenden. Hausaufgaben oder Vorbereitungen auf die Schule, ein Treffen mit Freunden oder ein Ausflug mit der Familie – nichts interessiert sie, bevordas aktuelle Buch zuende ist.

Hyperfokussiert: Was ist passiert?

Hyperfokus, was ist das?Wenn Jugendliche, Kinder oder Erwachsene mit einer AD(H)S sich für ein spezielles Thema interessieren, können sie hoch konzentriert und motiviert dranbleiben. Ist ihr Interesse geweckt, können sie sich so stark mit einem Thema beschäftigen, wie kaum ein Mensch ohne die Störung. Von vielen hochbegabten Genies wird angenommen, dass sie ihre Entdeckungen und Erkenntnisse dem Hyperfokus verdanken, zum Beispiel Einstein, Leonardo da Vinci, Napoleon Bonaaparte oder Ludwig van Beethoven. Sie alle vollbrachten außergewöhnliche Leistungen und war sehr spezielle Persönlichkeiten, die mit großer Wahrscheinlichkeit von einer AD(H)S betroffen waren.

Das Hyperfokussieren ist eine besondere Art der Konzentration, aber sie birgt auch Gefahren

  • Kinder und Jugendliche, die hyperfokussieren, vernachlässigen alles andere, was in ihrem Leben ebenfalls wichtig und notwendig ist.
  • Ganz besonders leiden die schulischen Leistungen darunter, da notwendiges Wissen überhaupt nicht mehr aufgenommen wird. Es scheint, als ob das Gehirn vollkommen damit ausgelastet ist, sich auf ein Thema zu fokussieren.
  • Natürlich zieht dieses Verhalten auf vielen Ebenen Ärger nach sich. Die Lehrer, die Freunde und auch die Familie scheinen den Jugendlichen nicht mehr zu erreichen. Sie
  • sind vollkommen abgemeldet.

Ziele des Hyperfokus sind nicht immer positv

hyperfokussierenViele Jugendliche versinken in Rollenspielwelten, leben in imagiären Gemeinschaften und verlieren den Bezug zur Realität. Der Hyperfokus auf die Online-Welt führt hier schnell in ein Suchtverhalten, aus dem der Jugendliche alleine kaum noch herauskommt. Jugendliche, die sich im Zustand des Hyperfokussierens befinden, hören häufig solche Sätze wie: “ Na also, es geht doch. Du bist einfach nur zu faul, um dich auf die Schule zu konzentrieren. Streng dich doch mehr an!“
Dass sich ein von der AD(H)S betroffener Jugendlicher nur dann konzentrieren kann, wenn vorher schon eine hohe Motivation vorhanden ist, wird dabei vollkommen übersehen. Auf diese Motivation haben die Jugendlichen allerdings keinen Einfluss und können sie auch nicht bewusst herstellen oder steuern.

Hyperfokus und Spezialwissen

Viele Jugendliche haben Spezialgebiete, die sie begeistern und bei denen sie aufmerksam und konzentriert bei der Sache sind. Sich zu verlieben gleicht so einem Spezialgebiet. Die Interessen des anderen werden übernommen und den eigenen Vorlieben untergeordnet. Für alles andere fehlen dann die Energie und die Kraft. Der Zustand des FLOW, also des völligen Aufgehens in einer Aufgabe mit dem Verlust des Zeitgefühls, ist vielen kreativen Menschen bekannt. Die Abgrenzung zur Fokussierung bei einer AD(H)S ist schwierig. Beide Zustände sind vergleichbar, die Jugendlichen mit einer AD(H)S haben jedoch kaum Einfluss auf Anfang und Ende des Zustandes. Sie müssen fast mit Zwang aus den Situationen gelöst werden.

Typische Beispiele von Hyperfokussion sind:

  • die vollkommene, tagelange Vertiefung in ein packendes Videogame
  • ungebremste Energie, die sich auf ein Thema richtet, beispielsweise eine
    Sportart
  • absolute Begeisterung für das Spielen eines Instrumentes, die Tag und Nacht
    umgesetzt wird
  • endlos puzzlen, stricken oder basteln, ohne sich für etwas anderes öffnen zu
    können
  • dauernde, gedankliche Beschäftigung mit einem Thema, sodass keine
    Unterhaltung über etwas anderes möglich ist
  • grenzenlose Begeisterung für technisches Wissen, die jeden anderen Bereich
    ausgrenzt

Hyperfokus kann zur Enttäuschung führen

Achtung: Wenn Jugendliche mit einer AD(H)S sich in einer Phase der Hyperfokusierung befinden, birgt das auch Gefahren. Im Falle von Lena könnte die Enttäuschung über ihren Schwarm Jakob zu einer Form von Depression führen. Es ist wichtig, dass die Eltern oder Erziehungsberechtigten gleichermaßen Abstand wahren und die Entwicklung im Auge behalten. Erkennen sie Symptome einer Depression (Abbruch aller Kontakte, totaler Rückzug, massives Weinen, Antriebslosigkeit,Suizidgedanken) muss unbedingt ein Facharzt eingeschaltet werden.

ADHS oder Schlafmangel?

ADHS oder Schlafmangel?

ADHS oder Schlafmangel? Hinter einigen Diagnosen von ADHS, inzwischen der häufigsten Störung im Kinder- und Jugendalter, steckt möglicherweise eine andere Ursache. Wenn Kinder zuwenig schlafen, nachts häufig aufwachen und dann tagsüber übermüdet sind, verhalten sie sich ähnlich wie Kinder mit der ADHS-Störung. Sie können sich nicht konzentrieren, sind unaufmerksam, träumen viel und reagieren unangemessen. In der Schule verpassen sie wichtigen Lernstoff und ihre Noten werden schlechter. Ursache für ihr Verhalten ist dann allerdings der Schlafmangel, nicht AD(H)S.

Dänischer Kinderpsychiater warnt vor falscher ADHS Diagnose

ADHS oder Schlafmangel, das muss sorgfältig geprüft werden, um Kindern nicht fälschlicherweise mit Medikamenten zu therapieren. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine dänische Übersichtsstudie. Der Kinderpsychiater Hvolby warnt daher: Vor einer Verschreibung von Ritalin oder Methylphenidat müsse unbedingt abgeklärt werden, ob das betroffene Kind gut schläft. Da die Symptome sich ähneln, seien Fehldiagnosen nicht ausgeschlossen. Die Ursachen von Schlafproblemen können vielfältig sein und müssen vor der ADHS Diagnose ausgeschlossen werden.

ADHS oder Schlafmangel: Atemprobleme machen Schlafprobleme

ADHS oder Schlafmangel

Unkonzentriertheit oder Impulsivität kann auch die Folge mehrer schlechter Nächte sein.

Schon Kinder können durch verschlossene Atemwege nachts schnarchen und Atemprobleme haben. Atemstörungen, auch Schlafapnoe genannt, führen zu einem häufigen Aufwachen. Diese Unterbrechungen des Tiefschlafs beeinträchtigen die Schlafqualität und können in der Folge zu Konzentrationsstörungen führen, die mit ADHS verwechselt werden. Auch das Upper Airway Resistance Syndrome (UARS) verursacht Konzentrationsstörungen durch eine nächtliche Verengung der Atemwege. Das Atmen wird dann so anstrengend, dass von Erholung im Schlaf keine Rede mehr sein kann. Und natürlich können auch Ängste und Sorgen ein Kind wachhalten.

Ursache Konzentrationsproblemen: ADHS oder Schlafmangel?

  • Schlafapnoe
  • Upper Airway Resistance Syndrome
  • Ängste und Sorgen

Diese Fachbücher helfen Ihnen beim Verstehen Ihres Kindes

Schon 2010 warnten US-Forscher vor Fehldiagnosen bei ADHS

Die Wissenschaftler der Michigan State University haben Daten einer US-Stichprobe mit 12 000 ehemaligen Kindergarten-Kindern untersucht, teilt die Universität mit. In den USA sind Kindergärten fast immer Grundschulen angegliedert. In der sogenannten Klassenstufe “K” werden dabei Grundfertigkeiten etwa im Lesen und Rechnen vermittelt. Verhaltensauffälligkeiten wie Unaufmerksamkeit oder nicht still sitzen können seien bei den jungen Kindern aber wahrscheinlich nicht einer Erkrankung geschuldet, sondern dem jüngeren Lebensalter, so die US-Forscher.

In der Vorschule waren in der Gruppe der Jüngeren 60 Prozent mehr ADHS-Diagnosen gestellt worden als in der Gruppe der Älteren. Ähnlich verhielt es sich bei den Kindern, die die fünfte und die die achte Klasse erreicht hatten. Hier waren die ADHS-Therapien bei den Jüngsten etwas doppelt so häufig wie bei den Ältesten.

Ein Fünftel der amerikanischen Kinder falsch ADHS diagnostiziert?

Insgesamt schätzen die Forscher aus ihren Daten, dass bei etwa einem Fünftel der 4,5 Millionen Kinder mit ADHS in den USA die Diagnose falsch gestellt sein könnte. In einer Studie an der North Carolina State University ist man zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.

Konzentrationstest für Ihr Kind

Konzentrationstest für Ihr Kind

Eine Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsschwäche wird sich in der Regel auf alle Fächer auswirken, und nicht nur beim Lesen, Rechnen oder Schreiben für Leistungslücken sorgen. Mit einer Nachhilfe oder Lerntherapie kommt man hier vorerst nicht weiter, vielmehr sollte an der Konzentrationsfähigkeit des Kindes angesetzt werden. Machen Sie unseren Konzentrationstest für Ihr Kind und finden Sie heraus, ob es gefährdet ist. [hier geht es zum Konzentrationstest]

Konzentrationsmängel wirken sich negativ aus

Wenn Ihr Kind nicht zuhört, sich leicht ablenken lässt und ständig etwas Neues anfängt, wird sich das auf seine Noten auswirken.  Machen Sie den Konzentrationstest und klären Sie ab, wie gut die Konzentration Ihres Kindes ist. Versuchen Sie, das Verhalten Ihres Kindes im letzten halben Jahr zugrunde zu legen. Überlegen Sie auch, ob die Unkonzentriertheit einen besonderen Grund haben könnte. Ärger, Trennungen, Trauer oder ein kleines Geschwisterkind können die Ursache für eine schlechte Konzentration sein.

Spiele helfen, die Konzentration zu verbessern

KonzentrationstestAchtung: Der reine Wille hilft nicht dabei, die Konzentration zu verbessern. Ein regelmäßiges Training ist absolut notwendig. Sätze wie: „Jetzt konzentriere dich endlich!“ helfen Ihrem Kind also nicht.

Diese drei Tipps verbessern die Konzentration nachhaltig – Konzentrationstest für Ihr Kind

Meditation und Fantasiereisen

US-Forscher um Fadel Zeidan von der Wake Forest University School of Medicine in Winston-Salem haben herausgefunden, dass regelmäßiges Meditieren schon nach wenigen Tagen die Konzentration verbessert. Auch Kinder können meditieren, mit kleinen Hilfsmitteln gelingt das meist für zehn bis 15 Minuten sehr gut. Die Zeitspanne kann langsam verlängert werden.

  • Lassen Sie Ihr Kind eine brennende Kerze auf den Bauch liegend beobachten. Danach soll es die Augen schließen und erzählen, was es sieht.
  • Lassen Sie Ihr Kind eine Blume ganz genau beobachten und sie sich dann mit geschlossenen Augen vorstellen.
  • Auch Mandalas malen oder eine Figur aus Ton formen, kommt einer Meditation sehr nah.
  • Während Ihr Kind einer Fantasiereise (gelenkter Tagtraum) lauscht, helfen ihm kleine Reissäckchen auf den Augen, sich besser zu entspannen. Hier finden Sie einige Fantasiereisen http://www.entspannung-plus.de/Entspannung-fuer-Kinder/Fantasiereisen-fuer-Kinder/fantasiereisen-fuer-kinder.html

Kaugummi kauen

Britische Forscher belegten in einem Experiment, dass Kaugummikauen bei der Konzentration hilft. Wer kaut, kann Informationen länger und effektiver aufnehmen und diese auch besser auswerten. Als ergänzende Methode kann es helfen, vor einer schwierigen Klassenarbeit oder den Hausaufgaben ein Kaugummi zu kauen. Der Konzentrationstest für Ihr Kind wird zeigen, ob Ihr Kind diese Hilfe benötigt.

Geschicklichkeits- und Wahrnehmungsspiele

Brett- und Kartenspiele, bei denen sich Kinder etwas merken müssen, um zu gewinnen, fördern die Konzentrationsfähigkeit. Auch Geschicklichkeitsspiele wie beispielsweise die Speed-Cups (Becher stapeln), Puzzle oder IQ-Spiele sind hilfreich. Wenn Ihr Kind täglich 20 bis 30 Minuten spielt, verbessert es seine Aufmerksamkeit ganz nebenbei.

 

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