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Du hast endlich ein Unternehmen gefunden, bei dem du dein Schülerpraktikum machen möchtest. Jetzt fehlt nur noch die Bewerbung. Klingt einfach – und trotzdem passieren gerade bei der Bewerbung fürs Schülerpraktikum einige Fehler, die sich leicht vermeiden lassen.
Dabei erwartet niemand von dir eine Bewerbung wie von einer Person mit zehn Jahren Berufserfahrung. Schließlich bist du SchülerIn und bewirbst dich möglicherweise zum allerersten Mal. Trotzdem kannst du mit einer sorgfältigen, persönlichen Bewerbung zeigen, dass du wirklich Interesse an dem Praktikumsplatz hast.

Hier erfährst du, welche Fehler du bei deiner Bewerbung vermeiden solltest und wie du es besser machst.
Fehler 1: Du schickst eine Standardbewerbung an alle Unternehmen
Ein Anschreiben erstellen, den Firmennamen austauschen und dieselbe Bewerbung an zehn Unternehmen schicken? Das spart zwar Zeit, ist aber keine besonders gute Idee.
Deine Bewerbung sollte erkennen lassen, warum du genau bei diesem Unternehmen dein Praktikum machen möchtest.
Statt:
„Hiermit bewerbe ich mich um einen Praktikumsplatz in Ihrem Unternehmen.“
kannst du zum Beispiel konkreter schreiben:
„Ich interessiere mich besonders für den Beruf der MediengestalterIn und möchte während meines Schülerpraktikums herausfinden, wie der Arbeitsalltag in diesem Beruf aussieht.“
Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt ebenfalls, im Anschreiben eine Verbindung zwischen dir, deinen Fähigkeiten und dem Unternehmen herzustellen.
Fehler 2: Dein Anschreiben beantwortet die wichtigste Frage nicht
Warum möchtest du dieses Praktikum machen?
Genau das möchte das Unternehmen wissen.
„Ich muss von der Schule aus ein Praktikum machen“ ist zwar möglicherweise richtig, erklärt aber noch nicht, warum du dich ausgerechnet dort bewirbst.
Überlege stattdessen:
Was interessiert dich an dem Beruf? Welche Schulfächer passen dazu? Hast du passende Hobbys? Was möchtest du während des Praktikums kennenlernen?
Je konkreter deine Antworten sind, desto persönlicher wird deine Bewerbung fürs Schülerpraktikum.
Fehler 3: Du übertreibst bei deinen Fähigkeiten
„Ich bin extrem belastbar, hoch motiviert, sehr kommunikativ und außergewöhnlich teamfähig.“
Das klingt beeindruckend – aber stimmt es auch?
Du musst dich als SchülerIn nicht wie eine erfahrene Fachkraft präsentieren. Viel überzeugender ist es, eine Stärke mit einem konkreten Beispiel zu verbinden.
Statt:
„Ich bin sehr teamfähig.“
besser:
„Ich spiele seit drei Jahren Volleyball im Verein und habe gelernt, wie wichtig es ist, sich im Team aufeinander verlassen zu können.“
So bekommt das Unternehmen ein viel besseres Bild von dir.
Fehler 4: Du lässt KI deine komplette Bewerbung schreiben
KI kann dir beim Formulieren helfen. Sie kann Ideen liefern, Sätze verbessern oder dir zeigen, wie ein Anschreiben aufgebaut sein könnte.
Aber deine Bewerbung sollte trotzdem nach dir klingen.
Auch die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass KI dich nicht persönlich kennt. Du solltest deshalb jeden KI-Vorschlag überprüfen und an dich und den Praktikumsplatz anpassen.
Das ist auch für ein mögliches Vorstellungsgespräch wichtig. Schließlich solltest du erklären können, was in deiner Bewerbung steht.
Fehler 5: Du hast Rechtschreibfehler in deiner Bewerbung
Ein einzelner Tippfehler wird vermutlich nicht deine komplette Zukunft zerstören. Viele Fehler wirken allerdings schnell so, als hättest du dir wenig Mühe gegeben.
Deshalb gilt vor dem Abschicken:
Lies deine Bewerbung nicht nur einmal, sondern mehrmals durch.
Noch besser: Bitte eine andere Person, ebenfalls einen Blick darauf zu werfen. Das können deine Eltern, FreundInnen oder LehrerInnen sein.
Besonders wichtig sind:
- Name des Unternehmens
- Name der Ansprechperson
- deine Kontaktdaten
- Zeitraum des Praktikums
- Rechtschreibung und Grammatik
Fehler 6: Du kennst den Namen deiner Ansprechperson nicht
„Sehr geehrte Damen und Herren“ ist nicht grundsätzlich falsch. Wenn in der Praktikumsausschreibung aber eine konkrete Ansprechperson genannt wird, solltest du diese auch anschreiben.
Achte unbedingt auf die richtige Schreibweise des Namens.
Wenn du keine Ansprechperson findest, kannst du auf der Website des Unternehmens nachsehen oder kurz anrufen und freundlich nachfragen.
Das zeigt Initiative – und du weißt anschließend genau, an wen deine Bewerbung geht.
Fehler 7: Dein Lebenslauf ist unübersichtlich oder unvollständig
„Ich habe doch noch gar nichts gemacht!“
Diesen Gedanken haben viele SchülerInnen. Trotzdem kannst du einen Lebenslauf erstellen.
Typische Angaben sind beispielsweise:
persönliche Daten, Schulbildung, bisherige Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt, Kenntnisse, Fähigkeiten sowie relevante Hobbys und Interessen.
Du musst deinen Lebenslauf nicht künstlich aufblasen. Wichtig ist vor allem, dass er übersichtlich und ehrlich ist.
Fehler 8: Wichtige Unterlagen fehlen
Eine tolle Bewerbung bringt wenig, wenn das Unternehmen ausdrücklich dein letztes Zeugnis verlangt und du es nicht mitschickst.
Welche Unterlagen benötigt werden, kann von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als typische Bestandteile unter anderem Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Zusätzliche Nachweise können je nach Bewerbung ebenfalls relevant sein.
Lies deshalb immer genau, was der jeweilige Betrieb verlangt.
Fehler 9: Du ignorierst die gewünschte Bewerbungsform
Das Unternehmen möchte Bewerbungen über ein Onlineportal – du schickst eine E-Mail.
Oder es wird ausdrücklich um eine Bewerbung per E-Mail gebeten und du bringst eine Mappe persönlich vorbei.
Damit machst du dir unnötig das Leben schwer.
Orientiere dich immer an den Angaben des Unternehmens. Wird eine digitale Bewerbung verlangt, solltest du außerdem darauf achten, dass deine Dokumente ordentlich benannt und in einem üblichen Format wie PDF gespeichert sind.
„Lebenslauf_Max_Mustermann.pdf“ ist wesentlich hilfreicher als „Dokument_neu_final2.pdf“.
Fehler 10: Du schickst die Bewerbung ab, ohne sie noch einmal komplett zu prüfen
Du hast dein Anschreiben dreimal gelesen und bist endlich fertig. Also schnell auf „Senden“ klicken? Besser nicht. Mach vor dem Abschicken einen letzten Komplettcheck.

Checkliste: Bewerbung fürs Schülerpraktikum
| Prüfen | Erledigt? |
|---|---|
| Richtiger Firmenname | ☐ |
| Richtige Ansprechperson | ☐ |
| Gewünschter Praktikumszeitraum angegeben | ☐ |
| Persönliche Motivation erklärt | ☐ |
| Anschreiben an das Unternehmen angepasst | ☐ |
| Lebenslauf aktuell und übersichtlich | ☐ |
| Gewünschte Zeugnisse beigefügt | ☐ |
| Rechtschreibung kontrolliert | ☐ |
| Bewerbung von einer zweiten Person gelesen | ☐ |
| Dateien sinnvoll benannt | ☐ |
| Gewünschter Bewerbungsweg eingehalten | ☐ |
| Telefonnummer und E-Mail-Adresse korrekt | ☐ |
Erst wenn du überall einen Haken setzen kannst, solltest du deine Bewerbung abschicken.
Bonusfehler: Du wartest viel zu lange mit deiner Bewerbung
Der Praktikumszeitraum steht seit Monaten fest, aber du beginnst erst zwei Wochen vorher mit der Suche? Damit schränkst du deine Möglichkeiten unnötig ein.
Gerade beliebte Unternehmen und Praktikumsbereiche können ihre Plätze früh vergeben. Sobald du den Zeitraum deines Schulpraktikums kennst, kannst du deshalb recherchieren, welche Berufe und Betriebe dich interessieren.
Und wenn auf der Website nichts über Schülerpraktika steht, bedeutet das nicht automatisch, dass keine möglich sind. Eine freundliche Nachfrage kann sich lohnen.
Eine gute Bewerbung muss nicht perfekt sein
Bei deiner ersten Bewerbung fürs Schülerpraktikum geht es nicht darum, dich als perfekte ArbeitnehmerIn darzustellen. Viel wichtiger ist, dass deine Bewerbung ordentlich, ehrlich und persönlich ist.
Zeige, warum du dich für den Beruf interessierst. Erkläre, warum du dein Praktikum gerade in diesem Unternehmen machen möchtest. Kontrolliere deine Unterlagen sorgfältig und halte dich an die Vorgaben des Betriebs. Dann hast du bereits viele der häufigsten Bewerbungsfehler vermieden.
Und noch etwas: Eine Absage bedeutet nicht automatisch, dass deine Bewerbung schlecht war. Manchmal sind Praktikumsplätze bereits vergeben oder ein Unternehmen kann im gewünschten Zeitraum schlicht keine SchülerInnen aufnehmen.
Also: Bewerbung verbessern, nächstes Unternehmen suchen und weitermachen.














