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Vielleicht hast du es auch schon gehört: In einigen Bundesländern wird das schriftliche Dividieren aus dem Grundschullehrplan gestrichen. Kein Rechenstrich, kein Haken mehr, keine klassische Methode zur Division mit großen Zahlen? Das sorgt bei Eltern, Lehrkräften und Mathematikfans für viele Fragezeichen. Ist das wirklich sinnvoll? Oder wird hier ein bewährtes Fundament der Mathematik einfach gekippt? In diesem Artikel findest du Antworten – sachlich, verständlich und mit einem Blick auf beide Seiten.
Was steckt hinter der Methode „schriftliches Dividieren“?
Beim schriftlichen Dividieren teilt dein Kind große Zahlen Schritt für Schritt. Es findet heraus, wie oft eine kleinere Zahl (der Divisor) in eine größere (den Dividend) passt, rechnet rückwärts, zieht ab und kommt so zum Ergebnis. Eine Methode mit System, bei der jeder Schritt nachvollziehbar ist.
Was dein Kind dabei lernt
- Den Umgang mit Stellenwerten (Einer, Zehner, Hunderter)
- Systematisches Vorgehen bei größeren Zahlen
- Mathematisches Denken mit Struktur
- Kontrolle durch Rückrechnung
Gerade in einer Welt voller Taschenrechner klingt das vielleicht altmodisch – ist es aber nicht. Denn wer schriftlich dividieren kann, versteht Mathematik oft viel besser.

Warum soll schriftliches Dividieren gestrichen werden?
In Bundesländern wie Berlin, Brandenburg oder NRW wird aktuell diskutiert, ob das schriftliche Dividieren in der Grundschule überhaupt noch nötig ist. Manche Lehrpläne streichen es dort ganz und schieben es in höhere Klassen. Die Argumente klingen erst mal nachvollziehbar. Von „gestrichen“ kann also keine Rede sein, es wird nur in eine andere Stufe verschoben.
Die Argumente der Befürworter
- Die Methode sei zu mechanisch. Viele Kinder lernen sie auswendig, ohne sie wirklich zu verstehen.
- Im Alltag brauchst du das kaum noch. Taschenrechner, Handy und Co. sind immer dabei.
- Wichtiger sei es, das Rechnen im Kopf und das Verständnis von Zahlen zu fördern.
Die Argumente der Gegner
- Wer schriftlich dividieren kann, versteht auch Brüche, Prozente und Dezimalzahlen viel leichter.
- Die Methode fördert das strukturierte Denken – nicht nur in Mathe, sondern auch in anderen Fächern.
- Ohne diese Methode fehlen wichtige Grundlagen für weiterführende Schulen.
Spannend wird es, wenn man die Alternativen anschaut – und da wird es knifflig.
Rechnen ohne schriftliche Division – geht das überhaupt?
Natürlich gibt es viele clevere Wege, eine Division zu lösen – besonders im Kopf oder mit Strategien. Aber sie haben Grenzen. Diese Tabelle zeigt dir, was sie können und wo es schwierig wird:
| Methode | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Zahlen zerlegen (z. B. 384 in 300 + 84) | Flexibles Denken | Kann bei großen Zahlen unübersichtlich werden |
| Schätzen und überprüfen | Fördert Gefühl für Zahlen | Kein genaues Ergebnis ohne viel Rechenaufwand |
| Kopfrechnen mit Tricks | Alltagsnah | Begrenzte Anwendbarkeit bei großen Zahlen |
| Digitale Hilfsmittel | Schnell und bequem | Kein Lerneffekt, oft blindes Vertrauen |
Fazit: Diese Strategien sind super, wenn dein Kind schon fit im Rechnen ist. Aber als Ersatz für das schriftliche Dividieren taugen sie nur bedingt.
So profitieren Kinder vom schriftlichen Dividieren
Wenn dein Kind es versteht – statt nur auswendig zu lernen
Gute Lehrerinnen und Lehrer erklären die Methode nicht als trockene Abfolge von Schritten, sondern als Werkzeug. Wenn dein Kind erkennt, warum es funktioniert, wird es sogar Spaß daran haben, die Schritte zu durchschauen. Viele Kinder können diesen Denkprozess aber erst in höheren Klassen nachvollziehen.
Beispiel: 384 geteilt durch 12
Wie oft passt 12 in 38? Dreimal, das ergibt 36. Bleiben 2 übrig, 4 runterholen, ergibt 24. 12 passt zweimal hinein – also ist das Ergebnis 32.
Das sieht nicht nur ordentlich aus, sondern vermittelt auch das Prinzip: Teilen, Rückrechnen, Rest ermitteln. Es ist ein echtes Training für den Kopf.
Alltag, weiterführende Schule und die Realität
Vielleicht denkst du: „Aber wozu braucht mein Kind das später noch?“ Gute Frage – und hier kommt die Antwort:
- In der weiterführenden Schule geht es um Brüche, Prozentrechnung, Gleichungen. Wer dort sicher rechnen will, braucht ein solides Fundament. Mindestens genauso wichtig ist das Einmaleins.
- Im Alltag ist es hilfreich, ein Ergebnis grob abschätzen zu können. Nicht alles, was ein Taschenrechner ausspuckt, stimmt automatisch.
- Beim Lernen insgesamt zeigt sich: Wer einmal verstanden hat, wie schriftliches Dividieren funktioniert, dem fällt auch das schriftliche Multiplizieren, das Umrechnen von Einheiten oder das Arbeiten mit Dezimalzahlen leichter.
Ist schriftliches Dividieren noch zeitgemäß?
Das ist die große Frage. Klar: Kinder sollen nicht nur „stupide“ Verfahren lernen. Aber wenn das schriftliche Dividieren gut erklärt wird, ist es alles andere als stupide. Es hilft Kindern, Zahlen zu verstehen, strukturiert zu denken und Mathe nicht nur als „Auswendiglernen“ zu erleben.
Wer die Methode kennt, kann sie später auch wieder loslassen – weil er oder sie verstanden hat, was dahintersteckt. Wer sie gar nicht erst lernt, dem fehlt oft das Fundament, auf dem komplexere Rechenwege aufbauen.
Sinnvoll aber der weiterführenden Schule
schriftliches Dividieren sollte nicht aus dem Lehrplan verschwinden, sondern sinnvoll eingebettet werden. Kinder brauchen mehr als Tricks und Apps. Sie brauchen Verlässlichkeit, Struktur und ein gutes Gefühl für Zahlen. Und das bekommen sie durch Methoden wie diese – wenn sie gut vermittelt werden.














